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Im folgenden soll über Beobachtungen berichtet werden, die, mit einer Ausnahme, Störungen der Nahrungsaufnahme im Laufe der drei ersten Lebensmonate betreffen. Sämtliche Kinder standen von der Geburt angefangen in meiner Beobachtung und auch nach Behebung der Störung konnte ich ihr Schicksal durch unmittelbare Beobachtung verfolgen. Ich will hervorheben, daß alle Kinder kräftig waren, die Mütter hatten alle gutgehende Brüste und normale Brustwarzen.
In der einschlägigen pädiatrischen Literatur werden die funktionellen Saugschwierigkeiten ziemlich stiefmütterlich behandelt, wogegen man ihnen in der Praxis ziemlich häufig begegnet. So schreibt z. B. Peiper in seiner im Jahre 1936 erschienenen Monographie über den Saugvorgang folgendes:
Weniger ernst zu nehmen sind weitere (nicht organische) Saugstörungen, die hier im Anschluß an Pfaundler beschrieben werden. Das „saugungeschickte” Kind zeigt wohl Nahrungsbedürfnis und greift mit Gier nach der Warze, erreicht aber mit seinen Bemühungen wenig, wird daher unruhig, verdrießlich, es verliert die Warze oder stößt sie aus dem Munde, sucht sie wieder, erneuert seinen Ansturm ohne besseren Erfolg usw. An Hunger und Muskelkraft fehlt es dem Kinde nicht. Dieser Zustand wird meist durch Erlernung des Saugvorganges überwunden. Das „brustscheue” Kind wird an der Brust zunehmend unruhig, wendet den Kopf, ja wirft den ganzen Körper widerwillig zur Seite, bäumt sich auf und ist zu keiner ausreichenden Nahrungsaufnahme zu bringen. Flaschenmahlzeiten gehen fast immer ganz gut. Das Kind durch Hunger zu zwingen, gelingt nicht. Pfaundler beobachtete die Brustscheu vor allem in neuropathischen Familien. Die Ernährung dieser Kinder macht natürlich viele Mühe, doch ist die Prognose leidlich günstig. Bei dem „freiwilligen Hungern an der Brust” machen die Säuglinge von einem ausreichenden Nahrungsangebot nicht genügend Gebrauch, obwohl sie nicht saugschwach, saugungeschickt oder brustscheu sind. Der Hunger scheint gering zu sein, gewissermaßen wi