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Vorweg eine Bemerkung zum Titel des Kongresses. Mit einem gewissen Eecht wurde die Bezeichnung mehrfach angefochten. Das Wort Psychiatrie, der medizinischen Terminologie bereits zu einer Zeit geläufig, da es noch nicht einmal eine selbständige Kinderheilkunde gab, hatte einen bescheidenen Inhalt: es bezog sich auf jene seelischen Störungen, die eine Absonderung der Kranken notwendig machten, soweit sie die innere Medizin nicht betreuen konnte. Es war bekanntlich Freud, den just jene psychischen Erkrankungen anzogen, mit denen die zünftige, damals streng anatomisch eingestellte Psychiatrie nichts anzufangen wußte, die Neurosen. Sind diese Krankheitsformen bei Erwachsenen immerhin ein noch allzu seltener Gegenstand ärztlicher Beratung, so mußte der psychologisch und pädagogisch interessierte Kinderarzt alsbald feststellen, daß sie im Kindesalter eine ganz außerordentliche Rolle spielten, ja in irgend einer Form fast keinem Kinde ganz erspart blieben. Freilich waren sie bislang kaum ein Gegenstand ärztlichen Eingreifens, fallen vielmehr unter die Obödienz aller erzieherischen Tradition der Einschüchterung, Verängstigung, körperlichen Strafe und werden so zur Quelle der Verkrüppelung von Intellekt und Charakter, mannigfacher neurotischer Fehlentwicklung. Geisteskrankheiten in jenem engeren Sinne der