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Schwangerschaft und frühe Mutterschaft sind Phasen hoher psychischer Anforderungen, nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen körperlichen Veränderungen, denen Frauen in dieser Zeit ausgesetzt sind. Die Erfahrungen von Frauen können dabei stark variieren und werden unter anderem durch ihre frühe Kindheit, ihre inneren Objekte, aktuelle Beziehungen und ihr Umfeld sowie durch ihren körperlichen Zustand beeinflusst. Dieser Beitrag untersucht die Erfahrungen von drei Frauen, die vor Beginn einer Analyse in ihren ersten Schwangerschaften oder in der postpartalen Phase unter extremen und langanhaltenden körperlichen Beschwerden gelitten hatten. Die Beschwerden hatten zu klaustrophobischer Panik und Gefühlen der Desintegration geführt. Alle drei Frauen bekamen nach Beginn der Analyse ein weiteres Kind. Jede der Mütter steuerte durch ihre zweite Schwangerschaft in einem Zustand eines komplexen Prozesses der Verleugnung des ungeborenen Kindes. Ich habe diesen Zustand als kreative Verleugnung bezeichnet, da er einen Zwischenbereich/einen intermediären Raum schuf, der sowohl die Frauen selbst als auch ihre ungeborenen Kinder vor den als gewaltsam erlebten erschütternden körperlichen Erfahrungen, den primitiven Ängsten und dem Hass schützte, die sie empfanden, und zugleich einen Raum eröffnete, in dem positive wie negative leidenschaftlichere Gefühle entstehen, sich entfalten und Gestalt annehmen konnten. Die analytische Arbeit bestand in allen drei Fällen darin, den somatischen Erfahrungen der Mütter Bedeutung zu verleihen und dadurch ihre intensiven feindseligen und primitiven unbewussten Phantasien zu halten und zu containen sowie gleichzeitig Raum dafür zu schaffen, dass das psychische beziehungsweise imaginierte Kind geboren und gehalten werden konnte.