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[Zu S. 107 (Charcot gibt an dieser Stelle eine Beschreibung hysterischer Anfälle):]
[…] Ich benütze den im Text gegebenen Anlaß, um dem Leser eine selbständige Ansicht über den hysterischen Anfall vorzulegen. Der Charcotsche Typus ist mit seinen Modifikationen, der Möglichkeit, daß jedes Stadium selbständig wird und den ganzen Anfall vertritt usw., unzweifelhaft weit genug, alle beobachteten Formen des Anfalles zu decken. Eben darum wird vielleicht von manchen Seiten bestritten werden, daß er eine rechte Einheit darstellt.
Ich habe versucht, das Problem des hysterischen Anfalles anders als deskriptiv zu fassen, und bin durch das Examen von Hysterischen im hypnotischen Zustande zu neuen Ergebnissen gelangt, von denen ich einige hier mitteilen will: Der Kern des hysterischen Anfalls, in welcher Form er sich immer zeigen mag, ist eine Erinnerung, das halluzinatorische Wiederdurchleben einer für die Erkrankung bedeutungsvollen Szene. Dieser Vorgang ist es, der sich in der Phase der »attitudes passionelles« wahrnehmbar äußert, er ist aber auch dort vorhanden, wo der Anfall scheinbar nur motorische Phänomene enthält. Inhalt der Erinnerung ist in der Regel das psychische Trauma, welches entweder seiner Intensität nach geeignet war, den hysterischen Ausbruch bei der Kranken zu provozieren, oder das Ereignis, welches durch sein Eintreffen in einem bestimmten Moment zum Trauma geworden ist.
In Fällen sogenannter »traumatischer« Hysterie ist dieser Mechanismus der gröbsten Beobachtung auffällig, er läßt sich aber auch bei Hysterie