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Die Zeit der großen, zumeist biographisch ausgerichteten Gesamtentwürfe ist vorbei. Seitdem sich ein beständig wachsendes Mißtrauen gegen sie, allen voran gegen das Monumentalwerk von Jones gerichtet hat, ist die Fragwürdigkeit ihres vorgespiegelten Allwissens immer mehr ins Bewußtsein gerückt. Eine große Zahl von Detailstudien hat ihre Schwächen, ihre Lücken und Verzerrungen aufgedeckt und dadurch den trügerischen Gestus scheinbar unbezweifelbarer Gewißheit unglaubwürdig werden lassen. Inzwischen ist die Kritik über die Feststellung von einzelnen Unzulänglichkeiten hinweggeschritten. Auch die übergreifenden Konstruktionsgesichtspunkte und Darstellungsabsichten werden zunehmend in Zweifel gezogen. Ein Neuansatz scheint zwingend geboten. Gefragt ist nicht mehr der große Wurf und die abschließende Gesamtschau, die ein einzelner leisten könnte, sondern die geduldige Arbeit an einem Mosaik, das sich aus den vielfältigen Studien von Forschern und Forschergruppen aus verschiedenen Fachrichtungen zusammensetzt.
Man kann ein neues Bild der Geschichte der Psychoanalyse nur zeichnen, wenn man mit dem Geschichtsverständnis bricht, das die alten Gesamtentwürfe getragen hatte. Längst haben sich in der Wissenschaftsgeschichte wie in der allgemeinen Geschichtsschreibung neue Beschreibungsmethoden und Darstellungsformen durchgesetzt, die das herkömmliche Denken in wahrheitsfinalen Entwicklungslinien überwunden haben. Sie entwickeln eine neue historische Logik der Ereignisse, die Diskontinuitäten, Brüche und Ausgrenzungen aufzuzeichnen gestattet, ohne sie als Abweichungen vom vorgeschriebenen Weg zur Wahrheit ausgeben zu müssen. Im Brennpunkt all dieser Versuche steht die Absage an klassische Geschichtskonstruktionen, die nach dem Vorbild der synthetischen Aktivität des Subjekts alles geschichtliche Geschehen in die Einheit eines handlungslogischen Sinnzusammenhangs einbegreifen wollen. Die Geschichtsschreibung der Psychoanalyse muß sich mit dieser Veränderung im historischen Erkenne