You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Die analytische Technik war nie, und ist auch jetzt nichts endgültig Festgelegtes: etwa ein Jahrzehnt war sie mit Hypnose und Suggestion vermischt.“
Sándor Ferenczi
An die Anfangszeiten der psychoanalytischen Technik und Krankheitstheorie zu erinnern, wird nicht nur von nostalgischen Interessen bestimmt. Vielmehr versucht der folgende Text, vom heutigen Standpunkt aus (zum Beispiel von dem einer entwickelten Narzißmustheorie) rückblickend in den frühen Hysteriestudien Freuds Spuren zu entdecken, die Freud zwar gelegt, aber zum damaligen Zeitpunkt in ihrer Relevanz so — wie im vorliegenden Text behandelt — noch nicht erkennen konnte. Der (zeitliche) Abstand erlaubt eine neue Perspektive; und die Rekonstruktion wird durch eine Reinterpretation ergänzt.
Die Skizze der ursprünglichen Krankheitstheorie und der mit ihr verbundenen „technischen Experimente“ Freuds, wie sie in den „Studien über Hysterie“ (Breuer, Freud 1895)1 dargestellt worden sind, läßt zunächst erkennen, daß die Keime der späteren psychoanalytischen Behandlung im Umgang mit Patienten entwickelt worden sind, von denen viele wohl nicht unter den Begriff der „klassischen“ Neurose (Übertragungsneurose) zu subsumieren sind. Hinsichtlich der behandelten Symptome schreiben Breuer und Freud in der gemeinsam verfaßten Einleitung: „Wir haben Neuralgien wie Anästhesien der verschiedensten Art und von oft jahrelanger Dauer, Kontrakturen und Lähmungen, hysterische Lähmungen, hysterische Anfälle und epileptoide Konvulsionen, die alle Beobachter für echte Epilepsien gehalten hatten, petit mal und ticartige Affektionen, dauerndes Erbrechen und Anorexie bis zur Nahrungsverweigerung, die verschiedensten Sehstörungen, immer wiederkehrende Gesichtshalluzinationen u. dgl. m.“ (1970, 7f.) untersucht.
Bereits diese Symptomauflistung zeigt, daß häufig sehr schwer gestö