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Seit einigen Jahren ist in Frankreich eine starke Zunahme von Texten und Forschungsvorhaben zu beobachten, die in historischer Absicht, auf ganz unterschiedlichen Niveaus, den Bereich der Psychoanalyse berühren. Diese Diskurse werden zum größten Teil von Analytikern geführt, was allerdings nicht bedeutet, daß sie allein dadurch schon zu irgendeiner „psychoanalytischen Gattung“ gehörten. Es gibt hierzu aber auch einige wichtige Ausnahmen: ich denke an das Werk M. Foucaults und an die Forschungsvorhaben, an denen G. Swain und M. Gauchet1 gerade arbeiten. Beides sind Untersuchungen, die vehement ihren Standpunkt außerhalb der psychoanalytischen Problematik verdeutlichen und die darauf zielen, die psychoanalytische Problematik in breitere historische Unternehmungen zu integrieren.
Sowohl im Hinblick auf die Autoren, die innerhalb oder außerhalb der Analyse sprechen, als auch auf die Inhalte, die man als analytisch oder nicht betrachten kann, die Gesamtheit dieser Diskurse hat Teil an einem wahren Aufschwung historisierender Untersuchungen, der die zeitgenössische intellektuelle Bewegung in Frankreich kennzeichnet. In ihrem Wesen und von ihrer Herkunft her verschieden, eignen sie sich dazu, heftige Reaktionen im analytischen Milieu hervorzurufen.
Ohne hier eine Bestandsaufnahme dieser unterschiedlichen Tendenzen und der Reaktionen, die durch sie provoziert werden, vorzunehmen, möchte ich lediglich auf einige Paradoxa und wichtige Fragen hinweisen, die sich eher infolge einer grundlegenden Debatte stellen. Diese Debatte betrifft direkt, jenseits eines von universitären Kreisen so geschätzten Methodenstreits, den Wert selbst, den das historische Unternehmen für die Psychoanalyse besitzt.
Die historischen Forschungen außerhalb der analytischen Bewegung, die die Psychoanalyse entweder nur streifen oder die versuchen, sie in ihre Forschungen einzuarbeiten, können als integrierender Bestandteil einer breiten intellektuellen Bewegung aufgefaßt werden. Auch ohne mich auf das gefähr