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Das von Jones entworfene Freudbild ist revisionsbedürftig. Das haben zahlreiche Veröffentlichungen gezeigt, die es darauf abgesehen haben, die Freudlegende zu zerstören und die verfälschende Selbstdarstellung Freuds durch eine wirklichkeitsgetreue Beschreibung der Geschichte der Psychoanalyse zu ersetzen. In sie reiht sich auch Kaiser-El-Saftis Arbeit ein, die untersucht, welche Bedeutung der von Freud verleugneten Abhängigkeit seiner Metapsychologie von Schopenhauer und Nietzsche zukommt und dabei zu dem vernichtenden Ergebnis gelangt, Freuds gesamtes Denken sei nichts als eine uneingestandene Wiederholung des von Schopenhauer und Nietzsche Vorgedachten.
Freud hat von Schopenhauer und Nietzsche sicherlich mehr gewußt, als er öffentlich zuzugeben bereit war. Soweit kann man Kaiser-El-Saftis Ausführungen, die diesen längst bekannten Sachverhalt wieder ins Gedächtnis rufen, durchaus zustimmen. Allerdings scheint die Autorin die Tragweite ihres Nachweises beträchtlich zu überschätzen. Nicht nachzuvollziehen ist ihre egalisierende Betrachtungsweise, die keinerlei Unterschiede zwischen Schopenhauers Metaphysik des weltbildenden Willens, Nietzsches Utopie der souveränen Selbstüberschreitung und Freuds Metapsychologie des verdrängt Unbewußten gelten läßt. Die Autorin ist offenbar in dem Vorurteil befangen, es genüge, ein Gedankengebäude zu zerlegen und auf die Herkunft von mancherlei Bauelementen hinzuweisen, die sich sein Erbauer zu eigen gemacht hat, um ihn des Epigonentums bezichtigen und ihn als Eklektiker entlarven zu können. Sie fragt nur, woher etwas stammt, niemals, wohin es sich verzweigt. Daher entgeht ihr Freuds überragende Bedeutung als Begründer einer zuvor nicht existierenden Wissenschaft, die auch dann nicht bestritten werden könnte, wenn sich für jeden Satz, den er jemals geschrieben hat, eine Quelle Finden ließe, in der er auch vorkommt.
Bei vielen Autoren verbindet sich die von ihnen angestrebte Zerstörung der Freudlegende mit dem Vorhaben, die psychoanalyt