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Gemeinhin gelten Freud und Bloch als Antipoden. Nach der gängigen Lesart, die sich an Blochs Selbstverständnis anschließt, bleibt Freuds Untersuchung von verdrängt Unbewußtem auf die regressive Anziehungskraft und die Macht des Vergangenen über das Gegenwärtige beschränkt, wohingegen Bloch das progressiv Überschreitende im Noch-Nicht-Bewußten, das Vorwärtsstrebende, auf zukünftige Erfüllung gerichtete Drängen aus dem „Dunkel des gelebten Augenblicks“ heraushebt.
Hanna Gekles Untersuchung zeigt, daß diese Lesart zu oberflächlich ist. Der vordergründige Gegensatz zwischen Freud und Bloch verbirgt eine tiefere Einheit. Beide suchen nach einer versöhnenden Einheit von Wunsch und Wirklichkeit, beide entfalten die Kreisbewegung einer einigenden Vermittlung von Subjekt und Objekt, um in dieser alten metaphysischen Denkfigur den Wunsch nach Versöhnung begrifflich zu fixieren. So kann man bei Freud von einer Dialektik von Regression und Progression im Medium der Regression, bei Bloch von einer Dialektik von Regression und Progression im Medium der Progression sprechen. Am großen Thema des Todes, das, wie Hanna Gekle überzeugend nachweist, für Freud und Bloch von gleich überragender Bedeutung ist, zeigt sich jedoch der größere Realitätssinn Freuds. Für ihn ist die Wiedervereinigung von Subjekt und Objekt in der irdischen Realität nicht erreichbar. Nur die Kunst vollbringt eine (imaginäre) Versöhnung von Wunsch und Wirklichkeit, in der die Ausgrenzung des Verbotenen zurückgenommen ist. Dieses Verständnis von Kunst als Vorschein erfüllten Lebens führt auf das Thema der Sublimierung, deren Theorie jedoch, wie Hanna Gekle zurecht feststellt, leider immer noch aussteht.
Die Autorin macht deutlich, daß sich die Auseinandersetzung zwischen Freud und Bloch von Blochs entstellender Freudinterpretation lösen muß. Bloch wird Freud nicht gerecht. Sein utopisches Wunschdenken bleibt in der metaphysischen Sehnsucht nach Unsterblichkeit befangen, die Freud als Illusion verwirft. Über Bloch