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Als Freud in der Krankengeschichte der ‚Dora‘, die er mit „Bruchstück einer Hysterie-Analyse“ (1905e) überschreibt, auf die besonderen Schwierigkeiten der psychoanalytischen Deutungstechnik zu sprechen kommt, stellt er die Unterschiede gegenüber der früheren ‚kathartischen‘ Methode heraus: Hatte dieses Verfahren ursprünglich eine direkte Auflösung der Symptome zum Ziel gehabt, so erwies es sich doch in vielen Fällen als undurchführbar und der feineren Struktur der Neurosen nicht angemessen. Die entstehende Psychoanalyse mußte deshalb ihr Ziel auf Umwegen erreichen. Sie hatte von der psychischen Oberfläche des Kranken auszugehen, von dort aus seinen Einfallen und Erinnerungen zu folgen und erhielt das, was zu einer Symptomlösung zusammengehört, nicht direkt oder ungebrochen, sondern „zerstückelt, in verschiedene Zusammenhänge verflochten und auf weit auseinanderliegende Zeiten verteilt.“ (1905e, S. 92) In diesem ihrem Vorgehen ähnelte sie einer anderen Wissenschaft, die damals durch die Ausgrabungen Schliemanns, Evans' und anderer Forscher spektakuläre Erfolge gefeiert hatte: „Angesichts der Unvollständigkeit meiner analytischen Ergebnisse“, schreibt Freud, „blieb mir nichts übrig, als dem Beispiel jener Forscher zu folgen, welche so glücklich sind, die unschätzbaren, wenn auch verstümmelten Reste des Altertums aus langer Begrabenheit an den Tag zu bringen.“ Und er fügt hinzu: „Ich habe das Unvollständige nach den besten mir von anderen Analysen her bekannten Mustern ergänzt, aber ebensowenig wie ein gewissenhafter Archäologe in jedem Falle anzugeben versäumt, wo meine Konstruktion an das Authentische ansetzt.“ (1905e, S. 92)
Solche Vergleiche mit der Grabungstätigkeit des Archäologen finden sich über das Gesamtwerk Freuds in reicher Zahl verteilt. Sie geben uns ein treffendes Beispiel von der psychoanalytischen Entzifferungsarbeit, die hinter den Symptomen verborgen eine Sprache und eine Geschichte entdeckt. Ungeachtet aller theoretischen Veränderungen kommt Freud de