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Es ist noch nicht allzu lange her, da schützte der wissenschaftliche common sense die Arroganz jener noch, die meinten, Macht und/oder Geist seien ein für alle Male auf ihrer Seite - schützte vor „Klatsch und Tratsch“ der vermeintlich kleinen Leute, die in die Nähe der „Großen“ gerieten. Seit oral history, seit auch die Perspektive „von unten“ der Wissenschaft als wichtig genug gilt, einseitige und verkürzte Perspektiven „von oben“ zu korrigieren, dürfen etwa auch Berichte von Dienstboten, die von ihrer Herrschaft oft nur als „Mittelding zwischen Mensch und Möbel“ (Friedrich Hacker im Nachwort zu dem hier besprochenen Buch) wahrgenommen wurden, dürfen auch die Äußerungen des lebenden Inventars großer Männer (oder Frauen) ernst genommen werden. Und das gilt auch dann, wenn sie eines Sprachrohrs, eines Vermittlers bedürfen, wie Paula Fichtl, die Haushälterin der Familie Freud, deren „Lebensgeschichte so weit ich zurück denken kann“ (Faksimile im Buch) der Journalist Detlef Berthelsen in geglättete Worte faßte. Kein gossip, kein peinliches Geschwätz, vielmehr der Blick einer Frau wird vermittelt, die umso mehr ihr „eigenes“ Leben verlor, je länger sie im Hause Freud diente, bis sie schließlich mit den verehrten „Großen“ so sehr verwachsen war, daß sie die Trennung, die der Tod erzwang, erlebte, als reiße man Stücke aus ihrem Körper. Daß jener Journalist, der ihre Lebensgeschichte aufzeichnete, Einblick in die vielfältigen Dokumente erhielt, die sie besaß (Briefe Freuds, seiner Frau, seiner Tochter Anna, vieler bekannter Analytiker),