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Das Jahr 1888 zählt zu den vier stillen Jahren, über die wenig Zeugnisse vorliegen. Dieser Vortrag* bewegt sich um drei Briefe an Wilhelm Fließ vom Februar, Mai und August, um Freuds langen Artikel Hysterie in Villarets Handbuch und seine „Vorrede des Übersetzers“ zum Buch von Hippolyte Bernheim, deutsch: Die Suggestion und ihre Heilwirkung. Kleinere Arbeiten Freuds dienen der zeitlichen Interpunktion.
Januar in Wien: Bereits das zweite Praxisjahr, welches die Heirat ermöglichte und jetzt die Familie durchbringen soll. Die Wissenschaft ist aufgeschoben, doch glühend und allgegenwärtig im Sinn. Im Mai wird Freud 32 Jahre alt und seine Frau Martha in diesem Jahr nicht wieder schwanger. Mathilde, seine älteste Tochter, heute ein Säugling von 3 Monaten, Freud schreibt über sie an Fließ, daß er viel mit ihr spiele.
Im letzten Jahr hatte Freud für den ersten Band des neugegründeten Zentralblatts für Kinderheilkunde und für das Zentralblatt für Physiologie insgesamt 35 Rezensionen über neueste Publikationen zur Neurologie und Physiologie geschrieben und veröffentlicht, außerdem 7 Berichte über Sitzungen der Gesellschaft der Ärzte, für das Bulletin médical, in französischer Sprache.
Am 21. Januar kann Freud seine kurze Rezension über einen italienischen Neurologen lesen, die ich hier im vollen Umfang vortrage:
Mingazzini. Nota sopra tre cervelli di feti trigemini umani (Bulletino della Reale Academia Medica di Roma XIII, p. 112).
Der Autor beschreibt die Gehirne menschlicher Drillinge zu Anfang des neunten Monats mit Rücksicht auf die Variationen der Hauptfurchen und Windungen. Hervorzuheben wäre, dass der Sulcus interparietalis an zweien der drei Gehirne auffällig gebildet war. An einem Gehirn fehlte das verticale Stück dieser Furche, so dass der Anfang der ersten Schläfenwindung direct ins obere Scheitelläppchen überging; an einem zweiten Gehirn war der obere Abschnitt des Sulcus postcentralis mit dem verticalen
Page 9Stück der Interparietalfurche vereinigt. M. vermuthet, dass die I