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Das methodische Verfahren der vorliegenden Arbeit besteht in einer rationalen Rekonstruktion des ätiologischen Erklärungsschemas für psychische Vorgänge überhaupt, dessen Entwicklung sich von Freuds frühesten Ansichten zur Hysterie bis zum Beginn der Traumdeutung erstreckt. Als Leitfaden dieser Rekonstruktion ist die Veränderung des Traumabegriffs gewählt, weil darin gezeigt werden kann, wie in der Einheit von Traumatheorie und Verdrängungslehre, die sich im unvermeidlichen Zusammenbruch der sogenannten Verführungstheorie behauptet, das überschreitend Neue der Psychoanalyse, die dialogische Aufklärung von verdrängt Unbewußtem, Gestalt gewinnt. Das methodologische Forschungsprogramm, das in der folgenden Untersuchung benutzt wird, gewährt nur einen rational begrenzten Zugang zur Geschichte der Psychoanalyse. Es erhebt zwar den Anspruch, den Einbruch des Subjektiven in die objektive Forschung, die Entdeckung des Symbolischen im Symptomatischen nachzuzeichnen, vermag die Versenkung in individuelle Lebensgeschichten jedoch nur in den Bedeutungsgrenzen ihrer verstehbaren Allgemeinheit nachzuvollziehen. Freilich ist zu vermuten, daß diese Grenze auch für die psychoanalytische Einsicht in die posthumen Wirkungen von unbewußten Erinnerungen selbst gilt, deren lebensgeschichtlichen Zusammenhang sie zur traumatischen Determination des Symptoms objektiviert. Wie dem auch sei, festzuhalten ist, daß die rationale Rekonstruktion auf eine systematisch orientierte Geschichtsschreibung abzielt, die eine historische Form des Wissens, den geschichtlichen Möglichkeitshorizont ihrer Entwicklung und damit auch ihre darin sich abzeichnenden Grenzen aufklärt.
Charcots Lehre vom traumatischen Ursprung der Hysterie bildet den wohl wichtigsten Ausgangspunkt für Freuds psychologische Neurosenlehre1. Freud, der eine Studienreise nach Paris unternommen hatte, um bei Charcot