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„Es gibt sehr wenige, die das verstehen, es gibt sehr wenige, die fähig sind, das zu verstehen“
Neben Maya Nadig1, Florence Weiss und Marco Morgenthaler2 ist es Mario Erdheim3, der gegenwärtig die Traditionslinie derjenigen psychoanalytisch ausgebildeten Ethnologen fortsetzt (G. Devereux, P.Parin, F. Morgenthaler und G. Parin-Matthey), die sich weder damit begnügt haben, klinisches Material und völkerkundliche Literatur am Schreibtisch zu verdichten (S. Freud, O. Rank, Th. Reik et al.), noch die projektiven Verallgemeinerungen einer Kultur auf frühe Kindheit reduzierenden Theorie in die interkulturelle Feldforschung zu verlängern (G. Roheim; ‚culture and personality-Forschung‘). Überdies aktualisiert sich mit Erdheims Wendung des ‚fremden‘ ethnologischen Blicks auf die eigene Kultur das von S. Bernfeld antizipierte Programm, ‚die Psychoanalyse in concreto auf geschichtliche und gesellschaftliche Tatbestände auszudehnen‘.
Dabei steht die psychoanalytische Methode im Zentrum der Konzeption. Erdheim bestimmt sie nicht auf der metapsychologischen Ebene einer Kritik jenes ‚szientistischen Selbstmißverständnisses‘ (deren trieb- und sprachtheoretische Differenzen zwischen Habermas und Lorenzer er in der Rede von „kommunikationstheoretischen Interpretationen“ (132) eher übergeht). Vielmehr verdeutlicht er den psychoanalytischen Prozeß durch den Vergleich seiner Entdeckungsgeschichte mit der ethnologischen Feldforschungssituation. So wie Freud bei dem Versuch, seine Patienten zu verstehen, auf seine Selbstanalyse zurückgeworfen wurde, erhellt die Aufdeckung des Unbewußten einer fremden Kultur das der eigenen. War die kränkende Auflösung der in das Prestige des Arztes eingelassenen Größen- und Allmachtsphantasien Voraussetzung für die Relativierung der Trennungslinien zwischen Kranken und Gesunden, so wird das schmerzhafte Absterben akademischer Überlegenheitsgefühle der Annäherung an andere ‚soziale Orte‘ wesentlich. Indem der Ethnopsychoanalytiker sich auf die em