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Seit dem Erscheinen der Freudschen Studie über den „Fall Schreber“ im Jahre 1911 reißt die Diskussion über den vielleicht prominentesten Paranoiker in der Geschichte der Psychiatrie nicht ab: den Senatspräsidenten des Dresdener Oberlandesgerichts und langjährigen Insassen diverser psychiatrischer Anstalten, Daniel Paul Schreber . Seit Freud hat es eine Fülle von Publikationen über den Fall gegeben, zumeist psychoanalytische, aber auch pädagogische, theologische, philosophische, literaturtheoretische und feministische. Glaubt man nun dem Verfasser eines kürzlich auch auf Deutsch erschienenen Buches, dem Amsterdamer Soziologen Han Israels, so haben die meisten der bis dahin erschienenen Studien über Ursachen und Hintergründe der Erkrankung Schrebers, trotz all ihrer theoretischen und inhaltlichen Unterschiede, eines gemeinsam - sie gehen an der historischen Wirklichkeit des Falles vorbei.