You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Kongreß stand unter dem Thema: „Entwürfe für eine zukünftige Psychoanalyse - Das ideale Institut und die Laienanalyse“. Er hatte sich als Aufgabe gestellt, ausgehend von Freuds Gedanken über die Laienanalyse und sein Projekt einer Hochschule für Psychoanalyse, nach den erforderlichen Veränderungen und nötigen Verbesserungen von Theorie, Praxis und - nicht zuletzt - Ausbildung der Psychoanalyse zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu fragen. Im Zentrum der Überlegungen sollte die Frage nach der Verbesserung der analytischen Kunst stehen. Daher wollten die Organisatoren, Konrad Hößler als Leiter des Berliner Instituts und Hermann Beland als Vorsitzender der DPV, Raum für prinzipielle wie für mehr private Überlegungen geben und die alte Frage nach der Laienanalyse wieder auffrischen.
Grund dazu gab es: Seit Anfang der Siebziger Jahre entwickelten sich starke Bestrebungen innerhalb der DPV, Zugang zu den Kassenrechten zu bekommen. Das aber bedeutete, daß die Laienanalyse, die seit Freud zu einem wesentlichen Punkt des Selbstverständnisses und der Besonderheit der Psychoanalyse gehörte, nicht mehr möglich sein würde. Sollte psychoanalytische Therapie zu einem Teil der kassenrechtlich geregelten Versorgung gehören, würden nur noch solche Berufsgruppen sie ausüben dürfen, die dafür staatlich diplomiert waren: Ärzte und Psychologen. Laienanalytiker, d.h. Analytiker, die aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen kamen und dann wie ihre Kollegen aus der Ärzteschaft und der Psychologie die gleiche psychoanalytische Ausbildung absolviert hatten, waren dann nicht mehr tragbar. Es gab heftige Auseinandersetzungen. Die einen fürchteten mit dieser Regelung werde sich die DPV selber um ein wichtiges, fruchtbares und innovatives Potential bringen - waren doch seit Anna Freud und Melanie Klein viele ihrer kreativen Mitglieder Laienanalytiker gewesen. Die anderen hofften dagegen auf ein Mehr an gesellschaftlicher Anerkennung, auf eine bessere Versorgung auch solcher Patienten, die sich eine