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In dem Maße, in dem die Psychoanalyse den Anspruch erhebt, Wissenschaft zu sein, hat man Grund, sie über ihre Methode, ihre Verfahren und ihre Pläne zu befragen und sie mit denen der anerkannten Wissenschaften zu vergleichen. Wer die Denkmethoden, auf denen die psychoanalytische Methode beruht, erkennen will, kommt zu einer eigenartigen Feststellung. Von der diagnostizierten Störung bis zur Heilung geht alles so vor sich, als ob nichts Materielles im Spiel wäre. Nichts wird unternommen, was sich zu einer objektiven Prüfung eignet. Es wird nicht, von einer Induktion zur folgenden, jener sichtbare Kausalitätsbegriff aufgestellt, den man im wissenschaftlichen Denken sucht. Wenn der Psychiater im Gegensatz zum Psychoanalytiker versucht, die Störung auf eine Schädigung zurückzuführen, so hat sein Vorgehen zumindest das klassische Aussehen einer Forschung, die auf die „Ursache“ zurückgeht, um sie zu behandeln. Nichts dergleichen in der psychoanalytischen Technik. Für den, der die Psychoanalyse in der von Freud gegebenen Darstellung kennt (und das ist beim Autor dieser Seiten der Fall) und der weniger ihre praktische Wirksamkeit betrachtet, die hier nicht zur Debatte steht, als vielmehr die Natur der Phänomene und der Beziehungen, die man mit ihnen aufstellt, scheint die Psychoanalyse sich von jeder anderen Disziplin zu unterscheiden. Vor allem dadurch, daß der Analytiker mit dem arbeitet, was der Patient ihm sagt. Er betrachtet ihn in seinen Reden, untersucht ihn in seinem Verhalten als Sprecher, als „Erzähler von Geschichten“, und durch diese Berichte konstituiert sich für ihn allmählich ein anderer Bericht, den er explizieren muß, der Diskurs des im Unterbewußten begrabenen Komplexes. Von der Zutageförderung dieses Komplexes hängt der Erfolg der Behandlung ab, die ihrerseits bezeugt, ob die Induktion richtig war. Vom Patienten zum Analytiker und vom Analytiker zum Patienten vollzieht sich also der gesamte Prozess durch die Vermittlung der Sprache.
Diese Beziehung verdien