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Mit der Frage nach dem ‚Anderen in der Übertragung‘ thematisiert Heinz Weiß jenen ‚weißen Fleck‘ auf der Landkarte der klassischen Psychoanalyse, welcher sich als ihr ‚blinder Fleck‘ erweisen könnte.
Die Leitthese, daß die entstehende Psychoanalyse die intersubjektive Dimension der Übertragung nicht ausreichend berücksichtigt habe, entfaltet der Autor in einer geschickten doppelten Linienführung - einer problemgeschichtlichen und einer phänomenologischen. Die Übertragung in der doppelten Gestalt von theoretischem Konstrukt und Phänomen treibt die Untersuchung in fünf Etappen voran:
Bereits in der Gründungstheorie der Psychoanalyse (Freud) legt Weiß merkwürdige Spannungsfelder frei, die schon das Feld der Intersubjektivität vorzeichnen: Die Übertragung als pure ‚Wiederholung‘ in der Metapsychologie widerstreitet der Übertragungs-/Gegenübertragungsbeziehung in der analytischen Praxis, in welcher der Andere nicht nur als völlig leerer Projektionsschirm vorkommt, sondern als realer Ko-Agent von Veränderung. Die dialogische Struktur ist dabei nicht nur äußerliches Merkmal der analytischen Situation zwischen Analysand und Analytiker, sondern, wie unter Rückgriff auf R. A. Spitz gezeigt wird, Konstituens des Selbst der Beteiligten. Damit kann das Verhältnis beider nicht mehr das eines Vakuums zwischen zwei Monaden sein, sondern es gewinnt eine genuine Qualität. Diese expliziert der Autor mit Winnicott als ‚intermediären Raum‘, in dem sich etwas wie ‚Selbstwerdung‘ vollziehen kann. Was ist hierbei die Funktion des Anderen/Analytikers, wie kann die ‚Wirkungsweise‘ der Therapie verstanden werden? Weiß zeigt auf, daß dieser nicht der souveräne Deuter sein kann, sowenig wie die Deutung als gleichsam kausaltherapeutisches Pharmakon wirkt. Seine Rolle ist vielmehr ähnlich wie die des ‚Übergangsobjektes‘ bei Winnicott: Er läßt sich vom Analysanden verwenden‘ wie der Teddy vom spielenden Kind - nicht die feststellenden Deutungen sind das