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Die diesjährige Konferenz der European Society for the History of Social and Behavioral Sciences (CHEIRON-Europe) führte etwa 60 Psychologen, Soziologen, Historiker und Wissenschaftstheoretiker aus 15 Ländern (Bulgarien, Bundesrepublik Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Niederlande, Schweden, Schweiz, Spanien, Sowjetunion, Ungarn, USA) zusammen. Im Programm waren 5 Symposia (1. Social psychology and history; 2. Theory and practice in psychology; 3. Sergej Rubinstejn and Soviet psychology; 4. Antidemocratic politics and the human sciences in the inter-war period; 4. History of forensic psychiatry and criminal psychology) und 4 paper-sessions (1. Psychoanalysis and clinical psychology; 2. Intelligence and personality; 3. Education and society; 4. Neurology, physiology and psychology). Für den Historiker der Psychoanalyse waren besonders folgende Vorträge von Interesse:
„Fromm, Ferenczi and the ‚Stalinist Re-writing of History‘“ von Ferenc Erös (Budapest).
In diesem Beitrag untersucht der Autor Ernest Jones' Vorwurf, Ferenczi habe gegen Ende seines Lebens „Ausbrüche von paranoiden Vorstellungen und sogar Mordideen“ gehabt. Erös zeigt, daß sich besonders Erich Fromm sehr engagiert hat, um die Behauptungen Ernest Jones' zu entkräften. Fromm nahm Kontakt zu Personen auf, die Ferenczi gut gekannt haben: Izette de Forest, Clara Thompson, Elizabeth Severn, Alice Lowell (Analysanden von Ferenczi), Elma Laurvik (seine Stieftochter), Sophie Erdös (seine Schwester), Lajos Levy (sein Hausarzt) und Mihaly Balint. Die Briefwechsel Fromms mit diesen Personen, die sich im Erich-Fromm-Archiv in Tübingen befinden, zeigen, daß Fromm in der Geschichte der Psychoanalyse den ersten ernsthaften Versuch startete, Ferenczi persönlich und wissenschaftlich zu rehabilitieren. Allerdings war ihm Ende der 50er Jahre noch kein Erfolg beschieden, da besonders Mihaly Balint und Lajos Levy nicht gegen Ernest Jones als Autorität der Internationalen Psychoanalyti