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Die Beziehung zwischen Edoardo Weiss und Paul Federn war für die Entwicklung der Psychoanalyse von entscheidender Bedeutung. Von ihr soll an diesem Gedenktag gesprochen werden.
Wie wir durch die Forschungen von Frau Professor Accerboni wissen, ist es so gut wie sicher, daß Edoardo Weiss als Patient 1909 zu Federn kam. Er hatte wahrscheinlich gehofft, von Freud selbst in Analyse genommen zu werden. Nun war Paul Federn schon damals ein prominenter Arzt und als Persönlichkeit genügend beeindruckend, daß eine erste Enttäuschung, an ihn verwiesen worden zu sein, sehr schnell in das Gegenteil verwandelt wurde.1 Bewunderung für den Mann und Psychoanalytiker Paul Federn und eine Freundschaft über Federns Tod hinaus waren die Folge.
Edoardo Weiss hatte diese Freundschaft dann so sehr auf mich übertragen, daß es beinahe unrealistisch wurde, da ich leicht sein Sohn hätte sein können. Obwohl alle Analysanden und Schüler Freuds, wie auch die meines Vaters und anderer Pioniere der Psychoanalyse große Übertragungsbeziehungen für ihr Leben lang behalten haben, war die Einstellung Weiss’ zu mir nicht die zu dem Sohn eines verstorbenen Freundes und Lehrers. Weiss übertrug seine Beziehung zu Paul Federn so direkt auf mich, daß er nach dem Tode meines Vaters keine Zeile publizierte, ohne vorher meine Meinung dazu zu verlangen, wie er es vorher mit meinem Vater getan hatte.
Es kann kein Zweifel bestehen, daß eine positive Übertragung von Weiss auf Federn niemals wirklich aufgelöst worden war. Ich sehe hierin ein Beispiel für die Ausbildung in der Psychoanalyse, das ihr immanent ist. Da sie nur durch eine persönliche Analyse oder eine ihr ähnliche Lehrbeziehung möglich ist, oder in anderen Worten, durch die eigene Erfahrung in der psychoanalytischen Dyade, ist es nicht zu vermeiden, daß auch eine wissenschaftliche Abhängigkeit dadurch entstehen muß, in einem positiven wie negativen Sinn. Positiv, denn der Schüler eines bedeutenden Menschen zu sein, ist noch immer hoch eingeschätzt worden. N