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Das sozio-politische Engagement der Psychoanalytiker
Joseph Sandler, Direktor der Psychoanalysis Unit of University College London, E. Brenman, Präsident der British Psycho-Analytical Society und Alain de Mijolla, Präsident der A.I.H.P., begrüßten die Teilnehmer und sprachen einleitende Worte zum Thema. Dabei betonte u.a. Brenman, daß sich Psychoanalytiker nach dem zweiten Weltkrieg in Großbritannien politisch sehr engagiert hatten, z.B. im Nationalen Gesundheitsdienst, bei der Abschaffung der Todesstrafe sowie der stationären Versorgung von Kindern in Spitälern.
Es folgte der erste Plenarvortrag von Geoffrey Cocks, Professor für Geschichte an der Universität Michigan und Autor des Buches Psychotherapy in the Third Reich. The Göring Institute, mit dem Titel „‚Über das Teller-aus-dem-Fenster-Werfen in einem Traum‘: Psychoanalyse und Politik in der europäischen Gesellschaft, 1900-1939“.
Cocks gab einen umfassenden Überblick über das Thema, wobei er im wesentlichen bekanntes historisches Material referierte. Da er bemüht war, in der begrenzten Zeit möglichst viele Fakten zu vermitteln, verlor der Vortrag vielleicht öfters an Tiefe, was auch in der folgenden Diskussion zur Sprache kam. Cocks untersuchte das Thema Psychoanalyse, Kultur und Politik zunächst auf der gesellschaftlichen Ebene, wobei er die nationalen Unterschiede z.B. zwischen Österreich, Deutschland, Rußland und Frankreich herausarbeiten wollte, und auf der individuellen Ebene, wobei er das Engagement einzelner Psychoanalytiker hervorhob, z.B. das von Sigmund Freud, Ernest Jones, Wilhelm Reich, Otto Fenichel, Siegfried Bernfeld, Gregory Zilboorg und Heinz Kohut. Die Quintessenz seines Vortrags lautete ungefähr: Die Zeit der großen politischen Systeme, Kapitalismus oder Sozialismus, sei vorbei. Dennoch könne die Psychoanalyse heute weiterhin einen gesellschaftspolitischen Beitrag leisten, indem sie sich auf bereits vor 1939 entwickelte Dimensionen im Verhältnis von Psychoanalyse und Politik besinnt. Cocks denk