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Dieses vierte Arbeitstreffen in der den meisten Teilnehmern bereits bekannt-vertrauten Atmosphäre und angenehm zurückhaltenden Organisation, die die Veranstalter wiederholt zur Verfügung stellten, war im Unterschied zu den vorangegangenen gekennzeichnet von emotionaler Betroffenheit, heftiger Diskussion und konflikthafter Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten. Diese fast unerwartet ödipal anmutende Konstellation könnte zum einen darauf zurückgeführt werden, daß unter der Mehrzahl der Teilnehmer - meist jüngere Wissenschaftler aus Berlin, Frankfurt, Hamburg, München - bereits ein vertrautes Beziehungsklima entstanden ist: man freut sich auf Kassel, auf Kollegen, mit denen sich häufig schon ein fachlicher Austausch entwickelt hat, ist gespannt, was sich bei den anderen zwischenzeitlich weiterentwickelt hat. Zum anderen scheinen sich jetzt auf der Grundlage der bestehenden Kontakte auch die Rivalitäten und Prioritätsängste deutlicher zeigen und entwickeln zu können.
Ernst Federn gab mit seinem Einführungsreferat „Die Abfallbewegungen in der Geschichte der Psychoanalyse“ (am Beispiel von Adler, Stekel, Jung, Rank, Reich) den Anstoß für aktuelle Fragestellungen: Ist das Unbewußte nicht heute uninteressant und Freud selbst zur Abfallbewegung geworden? Stellen neuere Entwicklungen wie die englische Schule der Objektbeziehungstheorie nicht vielmehr eine Sozialpsychologie neoadlerianischer Prägung dar und führen diese damit nicht zu einer weiteren „Verflachung“ der Psychoanalyse?
Der Samstagvormittag umfaßte drei sehr lebendige Berichte über Forschungsarbeiten in London (Jones-Archiv, British Library) und Washington (Sigmund Freud Archiv in der Library of Congress). Karin A. Dittrich (München) gab eine textkritische Darstellung von Jungs späterer Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse bis zum Dritten Reich. Rotraut De Clerck (Frankfurt) vermittelte ihr Forschungsvorhaben über die Beziehungen des Berliner und Londoner Psychoanalytischen Instituts während der 20er Jahre