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Der menschliche Blick, der auf den eigenen und den fremden Körper fallt, ist keine affektfreie Beobachtung dessen, was ist. Wahrnehmungen sind gefühlsverbunden. Dies gilt für den, der sieht, noch mehr aber für den, der gesehen wird. Körperwahrnehmungen sind in intersubjektive Szenen eingeschlossen und von erfahrungsleitenden Körperphantasien, Erinnerungsbildern und Gefühlsreaktionen durchsetzt.
Mit der Erkenntnis, daß die Bedeutung des Körpers nicht in seiner objektiv feststellbaren Beschaffenheit aufgeht, hat die Psychoanalyse die Grenzlinien überschritten, die von anderen Wissenschaften gezogen wurden. Ironischerweise zeigt gerade der historische Rückblick auf das Thema des Körpers in der Psychoanalyse, daß sie nicht auf Biologie reduziert werden kann.
Den Reigen der Beitrage eröffnet Wolfgang Loch mit seinen grundlegenden Überlegungen. Er interpretiert alle Wahrnehmungen, die der Analytiker und sein Analysand machen, im dialogischen Medium der Sprache. Der therapeutische Dialog unterliegt bestimmten Grundregeln: der freien Assoziation auf seiten des Analysanden und der Abstinenz auf seiten des Analytikers. Innerhalb dieser Koordinaten entfaltet sich die eigentliche Deutungstätigkeit, die sich auf Widerstand und Übertragung konzentriert. Wenngleich Wolfgang Loch alles analytische Tun dem Paradigma der Sprache unterstellt, treibt er seine Überlegungen bis zur sprengenden Paradoxie: Analyse und Deutung der Übertragung zielen letztlich darauf, dem Analysanden das ebenso schlichte wie sichere Gefühl einer eigenen Existenz zu geben - vom Analytiker vermittelt durch eine ebenso schlichte, wortlos bejahende Präsenz. Dieses Fundament erst wird es einem erlauben, sich als Zentrum eigener Aktivität, eigener Wünsche und Handlungen zu fühlen.
Ralph J. Butzer und Roland Burkholz versuchen den theoretischen Stellenwert zu bestimmen, den biologisches und - spezifischer - lamarckistisches Denken in Freuds System insgesamt einnahm. Sie vertreten auf der Grundlage ihres Materials die