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„… soweit der andere helfen kann, soweit ist die Neurose heilbar.“
Es gehört zu den ältesten und ursprünglichsten Erfahrungen der Menschen, daß Worte und Gesten jenen, die körperlich und/oder seelisch leiden, wohltuen können. In der Ilias, etwa um 800 vor unserer Zeitrechnung erschienen (15. Gesang), wird z. B. beschrieben, wie ein Arzt die Wunden des Helden Patrokles mit dem Saft heilkräftiger Pflanzen behandelte und ihn dazu „mit Worten erfreute“. Platon wird im Charmides (156e) etwa 400 Jahre später bemerken, „alles entspringe aus der Seele, das Böse wie das Gute dem Leibe und dem ganzen Menschen“. Dabei gelte, „die Seele werde behandelt durch gewisse Besprechungen“ …, nämlich durch „die schönen Reden“ (157a). Ja, der große Philosoph vertritt dezidiert die Meinung, man dürfe niemandem den Kopf mit einer Arznei therapieren, bevor der Betreffende nicht zuvor dem Arzt seine Seele dargeboten habe. Die „sokratische Heilkunst“ - es ist Sokrates, den Platon sprechen läßt - postuliert damit die „Vordringlichkeit der Seele“ (156d), also eine Psycho-Somatik und nicht eine Somato-Psychik.
Im Symposion wird von Platon dann die Aufgabe des Arztes darin gesehen, zwischen „der guten und der schlechten Liebe“ zu unterscheiden (186c). Als der „trefflichste Künstler“ unter den Ärzten gilt ihm derjenige, der es vermag, „denen keine Liebe einwohnen sollte, sie beizubringen“, womit er erweise, daß er verstünde, das „Feindseligste im Leibe (mit-) einander zu befreunden, (auf) daß es sich liebe“ (186d).
Der Arzt Eryximachos sieht in solchem Geschehen das Handeln des „himmlischen Eros“, während „der gemeine Eros“ (180c; 180d-e; 185b; 186b-c) das Böse vertritt. In Fortentwicklung dieser Gedanken charakterisiert