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In seiner Leonardo-Studie (1910c) setzt sich Freud mit der Vorliebe des Künstlers für mechanische Spielereien auseinander, die dieser anläßlich höfischer Festlichkeiten zu verfertigen pflegte. In der scheinbar sinnlosen Konstruktion kunstvoller Apparate - eine Beschäftigung, die in Leonardos Umgebung Befremden erregte - vermutet er den Nachklang einer Forschertätigkeit, die ursprünglich „auf Sexuelles gerichtet war“ (1910c S. 149) und die in der Einkleidung des Spieles einen symbolischen Ersatzausdruck gefunden hatte. Im Zusammenhang mit E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ (1817) untersucht Freud (1919h) abermals die Bedeutung eines Automaten: Die unheimliche Wirkung der Puppe Olimpia - so seine Argumentation - beruhe hier nicht auf der täuschenden Nachahmung des Lebendigen, sondern gehe von der Wirkung einer Kastrationsdrohung aus, an welche jene Maschine eine Reminiszenz enthält. Daß es Körperphantasien sind, die in die Konstruktion aller technischen Apparate eingehen, führt Freud später an anderer Stelle aus: Motoren, Photoapparat, Telephon - mit allen diesen Maschinen „vervollkommnet der Mensch seine Organe (…) oder räumt Schranken für ihre Leistung weg.“ Der technische Fortschritt bringt so „direkt die Erfüllung aller (…) Märchenwünsche (…). Der Mensch ist sozusagen eine Art Prothesengott geworden, recht großartig, wenn er alle seine Hilfsorgane anlegt“ (1930a, S. 221f.). Dem Bild der Maschine war Freud aber bereits viel früher in der Auseinandersetzung mit dem Traum begegnet. Die geträumten Maschinen zeigen sich hier unmittelbar als „Wunschmaschinen“ (Deleuze, Guattari 1972): „Alle komplizierten Maschinen und Apparate der Träume“, heißt es in einem späteren Zusatz zur „Traumdeutung“ (1900a), „sind mit großer Wahrscheinlichkeit Genitalien - in der Regel männliche“ (1900a, S. 350). Und in den „Vorlesungen“ notiert Freud, „der imposante Mechanismus des männlichen Geschlechtsapparates“ führe dazu, „daß alle Arten von schwer zu beschreibenden komplizierten Ma