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Eine der Hauptanforderungen, die der französische Psychoanalytiker J. Lacan an die Ausrichtung der psychoanalytischen Kur stellt, ist die, „daß das Subjekt seine Wünsche (désirs) anzuerkennen und ihnen Anerkennung zu verschaffen (hat)“ (Sem I, S. 235), „daß dem Eingeständnis des Begehrens kein Hindernis in den Weg gelegt werden darf“ (S I, S. 234), ja sogar, daß „man das Begehren buchstäblich nehmen muß“ (S I, S. 210ff.). Scheint dies nicht paradox angesichts unseres Eingebettetseins in einer Wohlstands- und Überflußgesellschaft, die uns anhand raffiniertester Werbestrategien permanent dazu anregt, bislang brachliegende Bedürfnisse zu befriedigen, heimlich gehegte Begierden auszuleben und die Erfüllung unserer Träume und Wünsche zu forcieren? Die Produktion der Wunschmaschinerien läuft unentwegt: in die Lichte und Weite der Wohlstandsgesellschaft, die sich wiegt in der Faszination der Fülle und der möglichen Wunscherfüllungen, wirft sie ihren Schleier von Bildern, Motiven und Szenarien in Form lustvoller Appetitanreger über das Subjekt, buchstabiert ihm nicht nur Realisationsmöglichkeiten und -objekte vor, sondern speist seine Lust nach ‚mehr‘ und führt es auf die Suche nach dem, was ihm noch mangeln könnte. Das in den Sog der auf Massenkonsum und -produktion abgestimmten Verführungsmechanismen geratene Subjekt kann sich nicht damit zufrieden geben, den Mangel aufzuheben; es fühlt sich gerade da, wo der Scheincharakter der Werbung immer offenkundiger wird, aufgerufen, für den Kitzel der Sinne zu sorgen und dem Nachschub aus der Traumfabrik entgegenzufiebern. Wohl ahnend, daß der Konsumismus letztendlich weder auf Sättigung noch auf Befriedigung abzielt, sondern auf Reizdauer und Bedürfniserhalt, taumelt das Subjekt im Kreislauf seiner Begierden, läßt sich wiegen in der Dynamik von Begehr, Erwerb und Verzehr. - „So tauml‘ ich von Begierde zu Genuß. Und im Genuß v