You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Selbstpsychologie heute - fern dem Tragischen Menschen Heinz Kohuts!
Ende Mai bis Anfang Juni trafen sich bei herrlichem Frühsommerwetter in der schönen Umgebung von Dreieich bei Frankfurt am Main circa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, der Schweiz und Ungarn zum 2. Internationalen Selbstpsychologie-Symposium über das Thema Sexualität und Aggression.
Peter Kutter aus Frankfurt am Main begrüßte als Referenten André Haynal aus Genf sowie drei Repräsentanten der Selbstpsychologie aus den USA, Joseph D. Lichtenberg (Washington, D.C.), Paul H. Ornstein (Cincinnati) und Ernest S. Wolf (Chicago). Die Gäste aus den Vereinigten Staaten standen außerdem am Freitag- und Samstagnachmittag als Leiter von Arbeitsgruppen mit Falldarstellungen zur Verfügung.
Kutter gab in seinem Einführungsreferat einen kenntnisreichen historischen Überblick über die verschiedenen psychoanalytischen und psychologischen Konzepte und Theorien zum Tagungsthema. Er versuchte, den „common ground“ psychoanalytischer Erkenntnis abzustecken, und formulierte gleichzeitig wichtige Fragen an die Selbstpsychologie. Anschließend sprach Haynal über „Die Entwicklung der Konzeption der psychoanalytischen Technik: Sexualität und Aggression bei Freud, Ferenczi, Bálint und Kohut“. Dabei wies er überzeugend nach, daß manche Ideen der Selbstpsychologie bezüglich Sexualität und Aggression ihre Wurzeln in den Arbeiten von Sigmund Freud, Sándor Ferenczi und Michael Bálint haben, auch wenn dies nicht explizit reflektiert wird. Am Samstagvormittag berief sich Lichtenberg in seinem Referat auf empirische Untersuchungen im Rahmen der Säuglingsforschung, auf seine eigene Rezeption der Psychoanalyse sowie seine eigene klinische Tätigkeit und empfahl, einen Sexual- oder Aggressionstrieb nicht als notwendige Grundannahme vorauszusetzen. Betreffend Aggression sei ein aversives Motivationssystem primär, das nicht notwendigerweise zur Ausbildung von Pathologien und fehlangepaßtem Haß fü