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„Die ungeheure propagandistische Wirkung des deutschen Lichtbildes erkannt und in den Kampf um das Gedankengut des Dritten Reiches eingespannt zu haben, ist ein Verdienst des neuen Deutschlands!“ verkündete Heiner Kurzbein, der neuernannte Leiter des Referats Bildpresse, 1933.1
Historische Untersuchungen über den Presse- und Propagandaapparat des Nationalsozialismus haben bis in die 80er Jahre einen bedeutenden Aspekt moderner Massenkommunikation, den visuellen, vernachlässigt.2 Dabei handelt es sich bei der Bildnachricht, dem Medium Fotografie (nach der politischen Karikatur und Illustration), um eines der primären Wirkungsmittel, das die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) in ihre Dienste nahm und systematisch von den Anfängen der Bewegung bis zur Machterringung und dann -erhaltung ausbaute, modifizierte und ihren propagandistischen Zwecken unterwarf. Das im Nationalsozialismus realisierte Informationsmonopol des Staates und dessen totale Verfügungsgewalt über sämtliche Mittel der Massenbeeinflussung wie Presse, Rundfunk, Verlag und Film erlaubte die ideologische Durchdringung der Gesellschaft vom öffentlichen bis zum privaten Sektor und damit deren manipulative Konditionierung, die der Herrschaftslegitimierung und -absicherung zu Hilfe kommen mußte. Den Parteistrategen war allerdings bewußt, daß nur „stetige Bereitschaft des Volkes zur freiwilligen Pflichterfüllung und Mitarbeit“ den Erfolg ihrer Vorgangsweisen sichern würde.3 Das Bild hat zu dieser „freien und spontanen Bereitschaft“ einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet. Kriegspropaganda und Reklamewesen hatten die erforderlichen Kenntnisse psychologischer Wirkungsmechanismen bereitgestellt; die in die Zieloptik der Politik geratene Masse als