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Ungarns Lage im Zweiten Weltkrieg kann als die eines „unwilligen Satelliten“ von Deutschland charakterisiert werden. Das nach dem Ersten Weltkrieg an die Macht gelangte Regime von Admiral Horthy war zwar konservativ-autoritär und meilenweit von einer echten Demokratie entfernt, aber keineswegs nationalsozialistisch, faschistisch oder extrem diktatorisch. Nichtdestoweniger fügten sich die ungarischen Machthaber dem Druck von Hitler - in erster Linie, um nach dem Ersten Weltkrieg verlorene Gebiete mit zum Teil rein ungarischer Bevölkerung von den Nachbarländern zurückzubekommen -, nahmen am Krieg gegen die Sowjetunion teil und ließen nach der deutschen Besetzung von 1944 Hunderttausende von ungarischen Juden nach Auschwitz schicken.
Die rechte Opposition des Horthy-Regimes bildeten ab den dreißiger Jahren die sogenannten Pfeilkreuzler, die im Gegensatz zum Reichsverweser Horthy und seiner Umgebung eindeutig als Nazis galten. Als im Herbst 1944, angesichts der drohenden Niederlage von Deutschland und seinen Verbündeten Horthy die Fronten wechseln wollte - der Versuch scheiterte -, ließ Hitler Ferenc Szálasi als einen ungarischen Quisling und seine Pfeilkreuzler-Partei an die Macht kommen. Eine wilde Orgie der Gewalt begann - Juden, Widerständler, Fahnenflüchtige wurden verhaftet, zum Teil mißhandelt, gefoltert, in die Donau geschossen. Nur der relativ schnellen Ankunft der Roten Armee ist es zu verdanken, daß etwa hundertfünfzig bis zweihunderttausend Juden von den ursprünglich achthunderttausend am Leben blieben.
Die in Gewahrsam genommenen ungarischen Hauptkriegsverbrecher - fast ohne Ausnahme Pfeilkreuzler - wurden nach dem Kriegsende vor Gericht gestellt, zu schweren Gefängnisstrafen oder zum Tod verurteilt und zum Teil hingerichtet. Man erlaubte aber dem Journalisten Rezsö Szirmai und dem Stekelianer Psychoanalytiker Pál Gartner, diese Leute im Gefängnis zu besuchen und mit ihnen ein psychologisch orientiertes Gespräch zu führen. Das Ergebnis ist im Buch „Faschistis