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Gustav Bychowski, am 21. August 1895 in Warschau geboren, war der Sohn des berühmten jüdischen Psychiaters und Neurologen Sigmund Bychowski und dessen Frau Gisela. Die Mutter stammte aus einer Kaufmannsfamilie. Der Vater hatte 1897 am ersten zionistischen Kongreß in Basel teilgenommen.
Bychowski besuchte das Gymnasium in Warschau und St. Petersburg, später erhielt er eine philosophische Ausbildung in Heidelberg. Seine Medizinstudien absolvierte Bychowski in Breslau, Heidelberg, Amsterdam, Wien, Lausanne und Zürich, wo er 1919 promovierte. Während des Ersten Weltkriegs war Bychowski bei Verwandten in Holland und studierte Philosophie. In Zürich erhielt Bychowski am Burghölzli bei Eugen Bleuler eine psychiatrische Ausbildung. Von 1919 bis 1921 war er Assistent an der psychiatrischen Klinik in Lausanne und von 1921 bis 1923 arbeitete er in Wien in der Neuro- und Psychopathologie an verschiedenen Kliniken. Er machte eine Analyse bei Siegfried Bernfeld in Wien und nahm an den privat stattfindenden Vorträgen Sigmund Freuds teil.
1931 wurde er ordentliches Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung mit Adresse in Warschau, bereits 1921 hatte er seine ersten Gastvorträge zu den Themen „Zur Psychologie des schizophrenen Verfolgungswahnes“ und „Eine buddhistische Mutterleibsphantasie“ in der Vereinigung gehalten.
1923 ging Bychowski nach Polen zurück und promovierte ein zweites Mal in Medizin. Er eröffnete in Warschau eine Privatpraxis und wurde einer der Pioniere der Psychoanalyse in seinem Land. Er arbeitete neben seiner Privatpraxis an verschiedenen Kliniken unter anderem an einer Kinderklinik. Von 1933 bis 1939 war Bychowski Professor für Psychiatrie und Neurologie an der Universität in Warschau. Er habilitierte sich mit einer psychoanalytischen Studie über den berühmten polnischen Dichter Julius Slowacki (Malewski, 1977). Bychowski betrieb während seiner Zeit in Warschau eine rege Vortragstätigkeit, er war an der Verbreitung der Psychoanalyse unter Nichtärzten inter