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Diese eindrucksvolle Forschungsarbeit erscheint zu einer Zeit, in der historische Themen in Deutschland neue Aktualität bekommen, was mit der nun beginnenden Bewältigung unserer jüngsten und jüngeren Geschichte zu tun zu haben scheint. Der Autor liefert mit diesem Band eine systematische Aufarbeitung der Emigrationsgeschichte der sogenannten dynamischen Psychiatrie.
Daß hierbei die Geschichte der Psychoanalyse eine besondere Rolle spielt, weil der Begründer und ein Großteil der Pioniere dieses Wissens-, Forschungs- und Krankenbehandlungsgebietes Juden waren, liegt nahe. Die Verdienste des Buches liegen allein schon darin, daß der Autor sich um die Wiederaneignung dieser Geschichte bemüht. Inhaltlich erscheint eine Gliederung, die der Autor selbst so nicht vornimmt, als angemessen: im ersten Teil (S. 11-142) werden - eng an der Person Freuds orientiert - die Freudschen Positionen und Schicksale in der Theorie und der Schule beschrieben. Im zweiten Teil (S. 143-247) werden - beginnend mit Adler und endend mit Rank - einige sogenannte Abweichler, wie die Neoanalytiker (zum Beispiel Horney, Fromm-Reichmann), aber auch Gegner der Psychoanalyse (zum Beispiel Goldstein) und deren persönliches Schicksal als Emigranten dargestellt.
In diese Reihung wird auch Reik aufgenommen, der unter einem bestimmten, persönlichen und weniger sachlichen Aspekt einen günstigen Übergang zu Fritz Perls abgibt. An Perls wird exemplarisch deutlich, warum es zwischen Freud und einzelnen Persönlichkeiten immer wieder zu Beziehungsenttäuschungen kam, die sich dann gleichsam durch eine Verschiebung auf die Psychoanalyse als Wissenschaft und Methode auswirkten. Peters gelingt es am Beispiel dieser ersten und einzigen Begegnung zwischen Freud und Perls zu zeigen, daß Freud sehr wohl als Menschenkenner zu bezeichnen ist - im Gegensatz zu Hagiographen wie Jones, die ihn als einen Philantropen darzustellen suchten, der leider eine schlechte Menschenkenntnis hatte und sich deshalb öfter in seinen Freunden