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Ist der Stil des Denkens, der eine psychoanalytische Ausbildungsstätte charakterisiert, zum einen unbestreitbar das Resultat kollektiver Prozesse, so verdankt er sich zum anderen doch mindestens ebenso sehr dem Einfluß der in einer solchen Institution wirkenden herausragenden Charaktere. Für die Entwicklung des Psychoanalytischen Seminars Zürich (PSZ) wie überhaupt für die Entwicklung der Psychoanalyse in Zürich waren Fritz Morgenthaler und Paul Parin die prägenden Persönlichkeiten. Ihre gemeinsame Praxis am Utoquai - zusammen mit Goldy Parin-Matthèy - war in den fünfziger Jahren ein Zentrum kreativen psychoanalytischen Denkens geworden. Aus dem „Kränzli“, einer sich dort regelmäßig treffenden, der Freudschen Mittwochs-Gesellschaft nachempfundenen Gesprächsrunde, entstand das ursprüngliche Psychoanalytische Seminar Zürich, aus dem durch eine Spaltung 1977 einerseits das heutige Freud-Institut, das offizielle Ausbildungszentrum der SGP (Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse), andererseits das von der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung unabhängige PSZ in seiner jetzigen Form hervorgegangen ist.
Parins, Parin-Matthèys und Morgenthalers psychoanalytische Erfahrung und deren Weitervermittlung haben das Denken jener Generation von Psychoanalytikern, welche 1977 das neue PSZ (je nach Perspektive:) gründete bzw. weiterführte, wesentlich beeinflußt. Zwei Momente spielten dabei eine besondere Rolle. Zum einen hatte das politische Engagement, welches aus der gemeinsamen Beteiligung aller drei am antifaschistischen Partisanenkampf in Jugoslawien entstanden war, seine Spuren in ihrem psychoanalytischen Denken hinterlassen. Ihr besonderes Interesse galt einer Psychoanalyse jenseits der klinischen Praxis. Dies äußerte sich zunächst und vor allem - und dies ist das zweite Moment - in einer Reihe von gemeinsamen Arbeiten auf dem Feld der Ethnopsychoanalyse, welche Resultat ihrer ausgedehnten Forschungsreisen auf dem afrikanischen Kontinent waren.
Das Interesse der