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Das Motto dieser Arbeit - „Der Traum von einer bess'ren Welt“ - ist einer Kunstausstellung entlehnt, die im Frühjahr 1989 anläßlich der „Internationalen Tage“ in Ingelheim stattfand und die mich sehr beeindruckt hatte, weil sie die ganze Fülle der Kultur jener Jahre präsentierte. Allerdings hieß der Titel der Ausstellung genau genommen: „Der Traum von einer neuen Welt, Berlin 1910 - 1933“ .1 Die von mir hier betrachtete Zeit, die Mitte der zwanziger Jahre, deren zeitlicher Rahmen durch den Briefwechsel von James und Alix Strachey 1924/25 vorgegeben wurde, trug in der Zeitströmung bis 1929 noch stärker das Zeichen des Sozial-Utopischen, von Hoffnungen auf eine neue Gesellschaft, einen besseren Menschen und auf eine neue „Menschengemeinschaft“ , deshalb habe ich den Titel etwas abgewandelt. Vor allem sollte aber das Utopische in der Psychoanalyse jener Jahre anklingen, das Sigmund Freud auf dem Budapester Kongreß formuliert hatte als „die Vorstellung, daß es den Bevölkerungsmassen einmal besser gehen würde, und daß dazu die Psychoanalyse einen Beitrag zu leisten hätte“ - im Sinne der Aufklärung über die gesellschaftliche Verursachung von Krankheit - aber auch im Sinne der Versorgung der Erkrankten, denn „irgend einmal wird das Gewissen der Gesellschaft erwachen und sie mahnen, daß der Arme ein ebensolches Anrecht auf seelische Hilfeleistung hat wie bereits jetzt auf lebensrettende chirurgische …“ 2
Ihre Bedeutung und rasche Ausbreitung über Deutschland zu Beginn der zwanziger Jahre - und das hieß vor allem Berlin - verdankte die Psychoanalyse einem liberal-demokratischen politischen System, der Weimarer Republik, und einer allem Neuen gegenüber aufgeschlossenen Grundstimmung in einer Bevölkerungsschicht, die jetzt, durch die veränderten politischen Verhältnisse, bestimmend geworden war - dem liberalen Bürgertum, darunter zahlreiche Juden. So wie viele andere „Bewegungen“ dieser Zeit verarbeitete auch die psychoanalytische Bewegung die verheerenden Erfahrungen de