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Im Juli 1985 erschienen im PsA-Info Nr. 241 drei Aufsätze von Ernst Simmel, denen eine Würdigung durch Ludger Hermanns und Ulrich Schultz-Venrath vorausging. Damit wurde die Arbeit Simmels zumindest für ein Fachpublikum wieder ins Gedächtnis gerufen, nach zwei zuvor erschienenen Wiederabdrucken im dem von Helmut Dahmer herausgegebenen Sammelband zur Analytischen Sozialpsychologie2 und in der Zeitschrift PSYCHE3. Zusammen mit einem der Simmel-Aufsätze wurde in der PSYCHE ebenfalls wieder abgedruckt der Nachruf von Max Horkheimer, „Ernst Simmel und die Freudsche Philosophie“ .4
In der Reihe ‚Geist und Psyche‘ haben nun Hermanns und Schultz-Venrath die Herausgabe zahlreicher Schriften von Ernst Simmel unternommen, womit diese Arbeiten erstmals in ihrem Zusammenhang einem größeren Publikum zugänglich sind. Die Herausgeber führen in einer kurzen Einleitung in Leben und Werk von Ernst Simmel ein, und versammeln im Hauptteil ca. 30 von Ernst Simmels kürzeren Schriften zu den zahlreichen Interessengebieten, für die der Arzt und Psychoanalytiker offen und engagiert war.
Ein letzter, 3. Teil bietet eine Gesamtbibliographie Simmels sowie ein Namensregister. Damit sind wesentliche Vorarbeiten für eine noch ausstehende, notwendigerweise kritische Auseinandersetzung mit den Schriften und dem Wirken Simmels geschaffen.
Wer war Ernst Simmel und warum ist es so sehr zu begrüßen, daß wir heute eine wichtige Auswahl seiner Schriften wieder vorgelegt bekommen? „Ernst Simmel wurde am 4. April 1882 in Breslau als jüngstes von 9 Kindern geboren.“ 5 Der Vater war Bankier. Nach seinem Bankrott siedelte die Familie nach Berlin über, wo offenbar fortan die Mutter durch eine Agentur für Hausbedienstete für den Familienunterhalt sorgte. Vom jungen Simmel erfahren wir, daß er „… nach abgebrochenem Schulbesuch, Apothekerlehre und extern nachgeholtem Abitur…“ 6 in Berlin Medizin studierte. „Er setzte sein Studium von Mai 1907 bis Juli 1908 bis zum medizinischen Staatsexamen in Rostock fort“ 7, erhi