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„Der Hang zum Okkulten ist eine der Erscheinungsformen jener ewigen Sehnsucht des Menschen, die Grenze zwischen Ich und Welt zu sprengen, seine eigenen Gefühlserlebnisse in eine Einheit mit der Außenwelt zu bringen. Dies soll auf doppeltem Wege erreicht werden: einerseits werden die seelischen Gewalten nach außen projiziert, um in der Außenwelt als „überirdische“ Kräfte zu erscheinen, andererseits wird durch die Beherrschung dieser überirdischen Mächte dem menschlichen Können selber ein mystisches, göttliches Vermögen zuerkannt“ (H. Deutsch 1926, S. 418).
Freuds Beschäftigung mit dem Konzept der Gegenübertragung als emotional-kognitivem Vorgang im Analytiker - analog zum primären Begriff der Übertragung als psychischem Vorgang auf der Seite des Patienten - war eng verknüpft, möglicherweise sogar ursächlich ausgelöst durch die Schwierigkeiten seiner ersten Schüler Jung und Ferenczi mit der psychoanalytischen Behandlung. Freud war tief beunruhigt über die Frage des Umgangs von seiten des Analytikers mit bestimmten erotisch-sexuell getönten Formen der Übertragung, die für den Analytiker eine erhebliche Herausforderung darstellen und von ihm eine entsprechende Distanzierung, Verarbeitung und Bewältigung der eigenen emotionalen Verstrickung fordern. Seine ersten Ergebnisse zu diesem Thema hatte er zunächst nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern wollte dies im engsten fachlichen Kreis seiner Schüler zirkulieren lassen, weil er befürchtete, daß die damaligen zahlreichen Feinde der Psychoanalyse derartige zutagetretende Schwächen sofort als Angriffsfläche nutzen würden.