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Wilfred R. Bion gilt als der wohl bedeutendste Vertreter der zweiten Generation kleinianischer Analytiker, die sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in London bildete. Zu dieser zweiten Generation zählen wir eine ganze Reihe illustrer Namen: Hanna Segal, Rosenfeld, Money-Kyrle und Donald Meltzer. Zur ersten Generation rechnen wir Glover, Ernest Jones sowie Kleins Tochter Melitta Schmideberg, Analytiker, die Klein allerdings nach einiger Zeit die Gefolgschaft wieder aufkündigten. Nicht so die zweite Generation und mit ihr Bion (Hinshelwood, 1993, S. 470 und 471). Obwohl ein treuer Anhänger Kleins, wird Bion jedoch von einigen Kleinianern der Jetzt-Zeit, so etwa von Meltzer oder Harris, mit seinem gut vierzehn Bände und zahllose Aufsätze umfassenden Werk als derart bedeutend und originell taxiert, daß sie schreiben, er habe Klein im Grunde genommen weit überstiegen und mit seiner Denkweise eine neue und eigene psychoanalytische Schule begründet (Hinshelwood, 1993, S. 345).
Im Rahmen der Entwicklung des kleinianischen Gegenübertragungs-Konzepts erwies sich Bion mit seinem Interesse am Phänomen der projektiven Identifizierung als äußerst fruchtbarer und bedeutsamer Autor. Aufgrund seiner Arbeiten über Gruppenprozesse, die Entstehung des Denkens und die Behandlung von Psychotikern, vor allem aber auch aufgrund seiner Ausführungen zur projektiven Identifizierung (einer nonverbalen und nicht-symbolischen, also stummen Kommunikationsform unter Menschen) und der damit verknüpften „container“-Funktion der Mütter und der Analytiker, erlangte er weltweit Berühmtheit. Selbst die amerikanische Ich-Psychologie befaßte und befaßt sich - wenn auch durchaus kritisch - eingehend mit