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Im Zusammenhang mit Recherchen für eine Arbeit über Psychoanalyse und Wiener Literatur stießen wir im Archiv des Schwiegersohns von Felix Salten, Veit Wyler, der hochbetagt in Zürich lebt, auf zwei Briefe Freuds an Salten. Der eine ist schon im Jahre 1930 veröffentlicht worden1; der andere Brief dagegen war bisher unbekannt. Hier sein Wortlaut:2
Semmering 20.9.263
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
Hochgeehrter Herr
Nachdem ich Sie im Cottage-Sanatorium kennengelernt habe, nehme ich mir die Freiheit, ein persönliches Bedürfnis von mir durch diese Zeilen zu befriedigen. Es drängt mich, Ihnen meine Bewunderung für Ihren Luegerartikel in der N.Presse auszudrücken. (Sie sehen ich fühle mich als „Bürger von Wien“).4 Die heikle Aufgabe konnte kaum taktvoller, würdiger und - wahrheitsgemäßer gelöst werden.
In vorzügl. Hochachtung
Ihr Freud