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Ich möchte in meinem Beitrag Teile aus meiner Dissertation über „Leben und Werk von Heinrich Löwenfeld“ vorstellen. Ich werde mit meinem persönlichen Bezug zu dieser Arbeit beginnen, um dann mit einigen Rahmendaten zur Person Löwenfelds in den Hauptteil meines Beitrages einzuführen. Mit Ausschnitten aus drei Lebensphasen möchte ich Löwenfelds Werdegang und Weg in die Emigration nachzeichnen. Einige abschließende Anmerkungen sollen helfen, die Richtung meiner Nachforschungen verständlicher zu machen, und können Anknüpfungspunkte für die sich anschließende Diskussion sein.
Das Leben und Werk Heinrich Löwenfelds als Dissertationsthema auszuwählen, heißt, neben der Bearbeitung der zeitgeschichtlichen Hintergründe in den verschiedenen Ländern, in denen Löwenfeld lebte, und dem Schicksal der Deutschen Juden, auch die Geschichte der Psychoanalyse zu beforschen. Mit der Abkehr vom sog. „Paradigma des Historismus“, und einer ausschließlichen Lebensbeschreibung der vermeintlichen Helden einer Epoche, eines Landes oder einer Bewegung, wird die Fokussierung auf eine Person wie Heinrich Löwenfeld selbstverständlich, auch wenn es bei genauerem Hinsehen vieles gibt, was ihn über einen durchschnittlichen Psychoanalytiker hinaushebt. Dem wohlmeinenden Rat eines deutschen Professors, vom „Sujet Heinrich Löwenfeld“ abzulassen, folgte ich dementsprechend nicht. Ich verstehe unter dieser Arbeit den Versuch, biographisch zu forschen, im Sinne einer möglichst konsequenten Analyse der Bezüge des Individuums zu seiner Umwelt: seiner Prägung durch und Wirkung auf Familie, Berufsstand, und v. a. peer group etc., und nicht eine Historismus zu nennende Form, die allein durch „Intuition“ und „Nacherleben“ eine Biographie zu verstehen glaubt.1 Zur Rekonstruktion der Biographie verwende ich Mittel wie „oral history“, persönliche und schriftliche Befragung von Zeitzeugen, sowie Protokolle, Briefe und andere Schriftstücke. Bei der „oral history“-Auswahl habe ich Mitglieder