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Einige Worte vorweg zur Münchner aktuellen Situation der psychoanalytischen Institute: im Rahmen der Ausbildung in Freudscher Psychoanalyse stehen dem interessierten Bewerber drei konkurrierende Institute zur Auswahl: die „Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie“ als die am längsten bestehende Organisationsform und mit Abstand größte Einrichtung, die 1974 als Abspaltung entstandene „Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse“ (M.A.P.), sowie die 1973 neugegründete „Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft München“ (Institut der DPV; Zweig der IPV). Durch das Fehlen eines eigenen DPG-Ausbildungsinstituts muß die Münchner Ausbildungssituation insofern als eine besondere charakterisiert werden, als auch innerhalb der beiden erstgenannten Einrichtungen der Anteil der DPG-Mitglieder äußerst gering ist. Dies kann nur im historischen Nachvollzug verstanden werden.
Meine eigene Beschäftigung mit der Nachkriegszeit, den institutionellen Entwicklungsabläufen und gruppenspezifischen Dynamiken geht zurück auf Johannes Grunert, dessen Psyche-Aufsatz „Zur Geschichte der Psychoanalyse in München“2 vielen von Ihnen bekannt sein dürfte, und dessen überraschender Tod im September 1988 mir selbst nochmals einen besonderen Anstoß zur weiteren Beschäftigung mit diesem Thema vermittelte. Während meiner psychoanalytischen Ausbildung entwickelte sich die gemeinsame Arbeit mit ihm als Kontrollanalytiker besonders intensiv und kreativ. Seine Frau Ursula Grunert hat mir nach seinem Tod sämtliche Dokumente zusammen mit ausgewählten Fotos zur Kriegs-und Nachkriegszeit aus seinem Besitz zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt.
Johannes Grunert hatte an der Münchner Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie im Sommersemester 1983 ein Seminar zum Thema „Institutionalisierte Psychoanalyse“ durchgeführt, das die Grundlage für sein