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„Sie hat alles gemacht. Begann als Tischlerlehrling, nahm 1919 an der Revolution teil und mußte fliehen. In Wien, in Paris - mal hat sie Regenschirmgriffe geschnitzt oder mit anderen Arbeiten den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn verdient. Für Filme von Elisabeth Bergner entwarf und stellte sie die Inneneinrichtungen her. Dann wurde sie in Berlin Analytikerin und blieb es bis zu ihrem Lebensende … Da sie nicht hier [in Ungarn] leben durfte, verlor sie ihre Muttersprache, obwohl sie gern eine ungarische Schriftstellerin geworden wäre. Sie war eine Hexe. Von der Art, die man verbrannt hat, weil sie hinreißend waren. Sie hat vielen Menschen geholfen, brachte sie in ein erträgliches Leben zurück. Viele heute weltbekannte Leute hat sie zu Analytikern ausgebildet.“ So wird in einem Nachruf (Reismann 1987) die Spannweite und Faszination des Lebens von Edith Gyömröi beschrieben.1
Edith Gyömröi - der Gebrauch ihres Mädchennamens wirkt der Verdunkelung ihrer historischen Identität aufgrund mehrfacher Eheschließungen mit Namenswechsel entgegen - wurde am 8. September 1896 in Budapest geboren. Ihr Vater war der Möbelfabrikant András Gyömröi (siehe Gulyás 1992, Sp. 776 f.), der die Budapester Burg ausstattete und dafür geadelt wurde. Er hieß zunächst Gelb und benannte sich 1899 im Zuge der breiten Magyarisierung von Familiennamen nach der Stadt Gyömrö um. Jüdischer Herkunft, konvertierte er zum römischen Katholizismus, wobei er auch einen neuen Vornamen annahm.2 Mit seiner Frau Ilona Pfeifer hatte er drei Töchter. Die Familie wurde gläubig katholisch; nur Edith, eine Rebellin gegen ihre reichen, wohletablierten Eltern, entwickelte sich zur Agnostikerin.
Ihr Interesse an der Psychoanalyse wurde früh geweckt, da sie István Hollós zum Onkel hatte, Psychiater und Mit-Begründer der Budapester Ortsgruppe der IPV. Sie heiratete mit 18 Jahren den Ingenieur Ervin Rényi, der ab 1915 in einer Munitionsfabrik bei Wien arbeitete. Vielleicht lebte sie schon seit 1913 in der k. u. k.-Metro