You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Um meine Erinnerungen an Otto Fenichel besser verständlich zu machen, muß ich einige Worte über mich selber sagen.
Ich war seit früher Jugend an der Analyse interessiert. Das lag daran, daß ich eine Nichte von Dr. István Hollós war, der einer der ersten Psychoanalytiker war und einen großen Einfluß auf meine Entwicklung hatte. Der erste psychoanalytische Kongreß, den ich besuchte - als Gast -, war der Budapester Kongreß von 1918.
In den frühen zwanziger Jahren machte ich eine sehr schwere Zeit in Berlin durch. Siegfried Bernfeld und seine erste Frau, Liesl Neumann, waren enge Freunde von mir, und Bernfeld meinte, etwas Analyse würde mir bei der Lösung meiner Probleme helfen - die eher praktischer als emotionaler Art waren. (Natürlich setzte die Fähigkeit, sie zu lösen, mehr psychisches Gleichgewicht voraus, als ich damals besaß.)
Er schickte mich zu Otto Fenichel, der mich als einen seiner nicht-zahlenden Poliklinik-Patienten annahm. Die Analyse verwandelte sich sehr bald in eine Lehranalyse, aber auch danach behandelte er mich unentgeltlich. Meine Freundschaft mit ihm begann natürlich erst nach Abschluß der Ausbildung. Er hielt sich sehr an die neutrale, unpersönliche Einstellung des Analytikers zum Patienten.
Gerade deshalb muß ich einen Vorfall erwähnen, der wegen dieser strengen Einstellung etwas Besonderes ist: Mir ging es damals ökonomisch sehr schlecht, ich machte alle möglichen Arbeiten, um meinen