You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Paula Heimann stand vor ihrem 82. Geburtstag, als die Journalistin Marlinde Krebs sie im Januar 1981 aufsuchte, um nach Spuren Sigmund Freuds zu suchen und mit Hilfe möglichst authentischen Materials einen Film über ihn zu drehen. Sie kam offen, unbefangen und neugierig.
Zu Freud konnte Paula Heimann ihrer Interviewerin nichts sagen - sie hatte ihn nicht mehr persönlich kennengelernt - aber bemüht darum, sie nicht „hungrig“ wieder gehen zu lassen, entstand ein persönliches Interview. Bis sich Paula Heimann allerdings dazu entschließen konnte, von ihrer beruflichen Entwicklung zu berichten, galt es einige Hürden zu überwinden. Um dem Leser nicht den gleichen, etwas mühseligen Weg zuzumuten, wurden die ersten zehn Minuten des Interviews weggelassen, aber der folgende Text authentisch wiedergegeben.
In dieser Anfangssequenz wird das Goethe-Institut, in dem es 1979 eine, von Masud Khan zusammengestellte, Freudausstellung gegeben hatte, zum Symbol für die Orientierung in Raum und Zeit. Ärgerlich macht sich Paula Heimann gedanklich immer wieder auf die Suche nach seiner Adresse, und so erscheint das Goethe-Institut wie ein Nadelöhr, durch das der Weg zurück führt. Von ihrer Interviewerin begleitet, gelangt Paula Heimann in ihre alte Heimat - ins alte großdeutsche Reich.
Würde man nicht die Stimme einer alten Dame hören, hätte man den Eindruck eines jungen Mädchens, das mit seiner Schwester rivalisiert und gern die Oberhand behält. Über ihre beginnende Gebrechlichkeit scheint Paula Heimann einfach sehr ärgerlich - sie hätte noch so viel mitzuteilen - und nun muß „das!“ dazwischenkommen. So ist das Gespräch oft atemlos, sich überlagernd und ineinandergreifend. Als hörender/lesender Dritter bekommt man Lust, sich an dieser lebendigen Unterhaltung zu beteiligen - hier gibt es keine Zurechtweisung, keine Entwertung und keine Überheblichkeit. Als Paula Heimann über die Erkrankung Masud Khans1 spricht, schwingt eine ahnungsvolle Sorge darüber mit, wie lang sie selbst noch wird Ausk