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Ein in Frankreich entstandenes Buch zweier südamerikanischer Psychoanalytiker wird in erweiterter Fassung rückübersetzt ins Spanische, wird verlegt in Uruguay, Argentinien, Chile, Brasilien. Das sind Fakten, die so alltäglich sein könnten, und doch beleuchten sie die Abgründe der letzten Jahrzehnte (nicht nur) südamerikanischer Geschichte. Die Autoren waren dreizehn Jahre lang im Exil. Von der Militärdiktatur bedroht und - wegen ihrer ärztlich-psychoanalytischen Arbeit - selber verfolgt mit Inhaftierung und Folter, gingen sie zuerst nach Chile, der Heimat von Maren Ulriksen de Viñar - dann putschte Pinochet, sie gingen nach Buenos Aires - dann begann dort das Schreckensregiment, sie entschlossen sich blutenden Herzens, ihre Heimat ganz zu verlassen und einer Einladung nach Paris zu folgen - zum Glück besaßen sie ja bereits Kontakte ins Ausland. Das hatte auch geholfen, den Horror der Haft wenigstens zu verkürzen.
Das Buch beginnt mit folgenden einleitenden Worten des ebenfalls nach Paris emigrierten uruguayischen Historikers José Pedro Barrán: „Psychoanalytische Fallgeschichten? Zeugnis der Verfolgung? Politische Reflexionen? Dieses Buch läßt sich nicht einordnen, erstens weil es weder Literatur noch Wissenschaft sein will, zweitens weil der Horror es überschreitet und dazu zwingt, die Conditio humana zu überdenken“ (S. 3).
Dieses Buch ist Literatur und psychoanalytische Reflexion, es ist politisch und individuell, es berichtet von den Erfahrungen der Patienten und den eigenen, es blickt zurück auf das Leben vor der Diktatur in einem Land, das als die Schweiz Südamerikas galt - es stellt in seinen Mittelpunkt die Erfahrung der systematisch angewandten Folter und des ebenfalls gezielt herbeigeführten Exils, Verfolgung all derer, die der „Einen Wahrheit“ nicht zustimmten.
Die folgenden Sätze wurden 1984 zuerst veröffentlicht, und sie sind heute wohl noch aktueller als damals: „Welche Perspektive wäre zu wählen, um sich einer Situation, dem Exil, anzunähern, die Millionen