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Freud hat das erste innere Objekt entdeckt und beschrieben, das Über-Ich. Er schreibt 1932 in der Neuen Folge der Vorlesungen: „Die Rolle, die späterhin das Über-Ich übernimmt, wird zuerst von einer äußeren Macht, von der elterlichen Autorität, gespielt … Die Grundlage dieses Vorgangs ist eine sogenannte Identifizierung, d.h. eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt, wie das andere, es … gewissermaßen in sich aufnimmt.“ Und Freud vergleicht anschließend diese Identifizierung mit „der oralen, kannibalistischen Einverleibung der fremden Person“.
Freud erkannte auch, daß das Über-Ich durch eine verzerrte Wahrnehmung der wirklichen Eltern mitgeprägt ist. Er schreibt: „Bei der ersten Einsetzung des Über-Ichs ist gewiß zur Ausstattung dieser Instanz jenes Stück Aggression gegen die Eltern verwendet worden, dem das Kind … keine Abfuhr nach außen schaffen konnte, und darum braucht die Strenge des Über-Ichs nicht einfach der Härte der Erziehung zu entsprechen“ (1932).
Freud hat seine Erkenntnisse aus den Analysen erwachsener Patienten gewonnen, in denen er das Kind im Erwachsenen entdeckte. Melanie Klein analysierte auf der Grundlage seiner Theorie und Technik kleine Kinder und entdeckte das Kleinkind, den Säugling im Kind. Die Analysen mit ihren kleinen Patienten ermöglichten ihr, Licht auf die inneren Vorgänge der ersten Lebensmonate zu werfen und in Kontakt mit den Konflikten dieser frühen Zeit zu kommen. Sie entdeckte eine innere Welt, die von einer großen Anzahl sehr verschiedenartiger innerer Objekte bewohnt ist. Diese inneren Figuren basieren auf frühen Erfahrungen mit den realen Eltern, deren Eigenschaften, Verhaltensweisen und Funktionen durch verzerrende Projektionen