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„… ich konnte vorher gar nicht glauben, daß es mir gelänge, soviel von Dir zu bewahren, indem ich Dir schreibe … Briefe von Dir bekomme. Es ist wie ein Gespräch … ich fühle Dich mir sehr nahe, immer wenn ich schreibe. (Das bewirkt auch diesen Stil, wobei ich hoffe, daß Du großzügig darüber hinwegsehen wirst, denn ich eile über die Seiten zu Dir, so sprechend wie möglich)“ (S. 257). So schreibt Alix Strachey am 28. Dezember 1924 aus Berlin nach London an ihren Mann James, nachdem sie es sich versagt hatten, einander an Weihnachten zu treffen. Alix Strachey war nach Berlin gegangen, um bei Karl Abraham eine zweite Analyse zu machen. Ein Lebensziel suchend, waren beide kurz nach ihrer Heirat im Jahre 1920 nach Wien aufgebrochen, wo zunächst nur James bei Freud seine analytische Ausbildung machen wollte. Als aber Alix bei einer Opernaufführung einen klaustrophobischen Angstanfall erlitt, nahm Freud auch sie in Analyse. Diese galt als unvollständig, da Alix im Winter 1921/22 an einer Grippe mit Rippenfellentzündung so schwer erkrankte, daß sie für längere Zeit in einem Sanatorium behandelt werden mußte. Beide bekamen von Freud die Erlaubnis, als Psychoanalytiker zu praktizieren. Außerdem trug er an sie die Bitte heran, seine Werke ins Englische zu übersetzen. Nach den ungenügenden Übersetzungen von Brill wurden beide nun neben Ernest Jones und Joan Riviere die entscheidenden Übersetzer der ersten englischen Ausgabe von Freuds gesammelten Werken, der „Collected Papers“, die in der Hogarth Press Leonard Woolfs erschien. Diese sind die Vorstufe der heute immer noch sorgfältigsten Gesamtausgabe Freudscher Werke, der „Standard Edition“, die mit James Strachey als Generalherausgeber unter Assistenz von Alix u. a. ebenfalls in der Hogarth Press erschienen ist. Sie zeichnet sich durch die genaue Kennzeichnung von Änderungen und Hinzufügungen Freuds an seinen Arbeiten und Charakterisierung des jeweiligen Kontextes aus, wodurch die Entwicklung von Freuds Denken besonders sinnfälli