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„Nach allem kann kein Zweifel sein, daß das hiesige Institut praktisch wie auch formell die Fortsetzung (nicht Nachfolger) des Reichsinstituts darstellt. Dieses hat nie aufgehört zu bestehen.“ (München, 9.8.46)
Die folgenden, im Rahmen weiterer historischer Nachforschungen aufgefundenen Dokumente des Münchner Instituts aus der frühen Nachkriegszeit geben einerseits Einblick in die vorhandenen konzeptuellen Vorstellungen und machtpolitischen Ansprüche der ersten, aus Berlin kommenden und in München angesiedelten Psychotherapeuten, andererseits stellen sie einen Ergänzungsbeitrag zur Aufarbeitung der Institutionengeschichte sowohl des Frankfurter wie des Stuttgarter psychoanalytischen Instituts dar.
Innerhalb der jüngst erschienenen, umfassenden historischen Darstellung der Psychoanalyse in Frankfurt am Main (Plänkers et al. 1996) vermag diese kurze dokumentarische Ergänzung insofern eine wesentliche Lücke zu schließen, als im angegebenen Band die erste Frankfurter Nachkriegsentwicklung bis zur Gründung des Sigmund-Freud-Instituts im Jahre 1959 fehlt bzw. nicht erforscht wurde.2
Zur eingehenderen Beschäftigung mit der Münchner und Stuttgarter Nachkriegsgeschichte sei hier auf die grundlegenden Arbeiten von J. Grunert (1984) und W. Bohleber (1986) verwiesen, außerdem auf meine eigenen vorläufigen Ausführungen auf der Basis einer Oral history-Studie mit Münchner Psychoanalytikern (Dittrich 1995).
Wie bei J. Grunert bereits ausgeführt, soll sich Felix Scherke, der Geschäftsführer des Berliner Reichsinstituts, am 28.2.1945 mit drei Angestellten der Geschäftsführung, den wichtigsten Akten und der Verfügung über