You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ich habe Ihnen aber bereits gesagt, ich denke nicht daran, Vorschläge zu machen, die auf der Entscheidung beruhen, ob gesetzliche Regelung oder Gewährenlassen in Sachen der Analyse das Richtigere ist. Ich weiß, das ist eine prinzipielle Frage, auf deren Lösung die Neigungen der maßgebenden Personen wahrscheinlich mehr Einfluß nehmen werden als Argumente. Was mir für eine Politik des laissez faire zu sprechen scheint, habe ich bereits zusammengestellt. (Sigmund Freud: Die Frage der Laienanalyse, GW XIV, S. 271 f.)
‚Reine‘ Erfahrung ist in meinen Augen sowieso eine Fiktion, und wenn wir die Geschichte der Wissenschaften überblicken, so sehen wir, wie dubios die Wirklichkeit ist, die in unserer sogenannten Erfahrung steckt. Und auch diese Mischung von Illusion und Wahrheit, die wir „Erfahrung“ nennen, gewinnen wir nur mit Hilfe von transempirischen Annahmen. Begriffe, wie Ursache, Äther, Atom etc., sind sicher von viel dickeren Widersprüchen gesättigt, als diejenigen der Theologen … So muß ich das Unbewußte ins gesamte Seelenleben, dieses in die Gesellschaft, den Kosmos und seine transempirischen Realitäten hineindenken, und dazu brauche ich erst noch Erkenntnistheorie. (Oskar Pfister am 24.11.1927 an Sigmund Freud)
Mit der letzten Phantasie Hansens war auch die vom Kastrationskomplex stammende Angst überwunden, die peinliche Erwartung ins Beglückende gewendet. Ja, der Arzt, Installateur usw. kommt, er nimmt den Penis ab, aber nur, um einen größeren dafür zu geben. Im übrigen mag unser kleiner Forscher nur frühzeitig die Erfahrung machen, daß alles Wissen Stückwerk ist, und daß auf jeder Stufe ein ungelöster Rest bleibt. (Sigmund Freud: Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben, GW VII, S. 335)
Wie wir alle wissen, entstand Freuds 1926 verfaßte Stellungnahme zur „Frage der Laienanalyse“ als eine Verteidigungsschrift für den der Kurpfuscherei angeklagten Psychologen Theodor Reik. Freuds Argument zugunsten Reiks lautet, daß ein Kurpfuscher nicht etwa jemand sei, der