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Das vorliegende Buch ist ein hervorragendes Werk über den Menschen Daniel Paul Schreber und über die Kontroverse um seinen Fall, der psychiatrische und psychotherapeutische Fachleute seit Ende des letzten Jahrhunderts beschäftigt hat. Der Psychiater und Psychoanalytiker Zvi Lothane setzt sich zum Ziel, Mißverständnisse und Irrtümer zu korrigieren, die in früheren Schriften über Schreber enthalten sind und unwidersprochen blieben; so konnten sie sich als „Realität“ festigen und wurden in der Folge wiederholt. Außerdem liefert Lothane neue Daten, die er in jahrelanger Forschung zum Teil am Ort des damaligen Geschehens und in Gesprächen mit Nachfahren Schrebers gesammelt hat. Wie der Titel des Buches sagt, geht es dem Autor in erster Linie um die Verteidigung und Rehabilitierung Schrebers gegenüber denjenigen, die für die Fehldeutungen, Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen Schrebers verantwortlich waren. Lothane verteidigt Daniel Paul Schreber sowohl gegen seine damaligen Ärzte Paul Flechsig und Guido Weber als auch gegen so namhafte Autoren wie Sigmund Freud, Carl Gustav Jung, Eugen Bleuler, W. G. Niederland und Morton Schatzmann, um nur die wichtigsten zu nennen, mit denen sich Lothane eingehend auseinandersetzt. Lothane hat sich dabei vorgenommen, so zu schreiben, als habe er Schreber vor sich und führe wie mit einem Freund einen Dialog mit ihm. Der Untertitel des Buches weist darauf hin, daß Lothane nicht allein um die Person Schrebers bemüht ist, sondern auch um eine Aufarbeitung des historischen Kontextes des Falles Schreber. So behandelt er die damals virulenten Begriffe von Normalität ebenso wie die damals üblichen Formen psychiatrischer Behandlung von psychischen Störungen und die Probleme, die sich auch damals aus Zwangseinweisungen in psychiatrische Kliniken ergaben; Themen also, die Fachleute und Betroffene auch heute beschäftigen.
Die Fülle des aufgearbeiteten Materials, die bis in die Details durchleuchteten Geschichten einzelner Personen, die Rekonstruktion