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Das neunte Symposium zur Geschichte der Psychoanalyse vom 26. bis 28. Januar 1996 fand in diesem Jahr nicht in Kassel unter der Leitung von Professor Helmut Junker, sondern zum ersten Mal in Tübingen statt. Professor Gerhard Fichtner hatte in seinem Institut der Geschichte der Medizin in der Goethestraße und in der Tagesklinik in der Wildermuthstraße das Treffen organisiert. Der Kreis war größer als in Kassel, aber auch in Tübingen - nicht zuletzt dank der ganz persönlichen „Zuwendung“ von Frau Fichtner und den Mitgliedern des Instituts - entstand wieder die uns von früher so vertraute und lieb gewordene Atmosphäre, die improvisierten Gedankenaustausch erlaubte und zu „Aus-dem-Stegreif-Reden“ über begonnene Arbeiten und Recherchen anregte. „Soll der Kreis noch größer werden …?“, darum ging es in der lebhaften Schlußdebatte.
Joachim Danckwardt (Tübingen) „Ixion-Phänomene in der Beziehung von Psychoanalyse und Universität“, spricht über ein Problem, das Freud bereits intensiv beschäftigt hat: ob die Psychoanalyse an der Universität unterrichtet werden soll und in welcher Form. Er sieht im Ixion-Mythos eine archaische Form des Oedipus-Mythos: Ixion, der König der Lapithen in Thessalien, stößt seinen Schwiegervater in eine Grube mit glühenden Kohlen, als dieser von ihm die üblichen Brautgeschenke fordert. Zeus entsühnt Ixion und lädt ihn sogar in den Olymp ein, wo Ixion Hera zu verführen versucht. Sie beschwert sich bei Zeus, der Ixion auf die Probe stellen will: Er gibt einer Wolke die Form der Hera; Ixion vergewaltigt sie. Zur Strafe bindet ihn Zeus auf ein brennendes Rad, das für alle Ewigkeit durch den Äther rollt. Die Wolke aber ist bereits mit dem Kentauros schwanger …
Es handelt sich also hier nicht um eine Triade, wie bei Oedipus, sondern um die dramatische Interaktion verschiedener Mitglieder eines Familienclans.
Michael Schröter (Berlin) „Der Konflikt in der IPV um die Laienanalyse, 1924-1931“, behandelt das Thema der Laienanalyse und seine Entwicklung vor und na