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„… ich bin noch heute mißtrauisch, ob die Werbung der Ärzte für die Psychoanalyse vom Standpunkt der Libidotheorie auf die erste oder die zweite der Abrahamschen Unterstufen zurückzuführen ist, ob es sich dabei um eine Besitzergreifung mit der Absicht der Zerstörung oder der Erhaltung des Objekts handelt“ (Sigmund Freud, 1926, 6, S. 290).
In seinem Buch „Die unerhörte Botschaft der Hysterie“ schreibt Lucien Israël in dem Kapitel „Die Medikalisierung oder Kolonialisierung der Neurose“: „Wie kam es dazu, daß die Hysterie zur Domäne der Medizin wurde?“ (10, S. 154) Diese Frage erscheint eng mit der Etablierung der Psychiatrie als medizinisches Fachgebiet im 19. Jh. verbunden. Mit dem Niedergang religiöser Antworten auf die Rätsel des leidenden Menschen war die der naturwissenschaftlichen Weitsicht verpflichtete Medizin gesellschaftlich gefragt, eine ihrem eigenen Anspruch genügende Klärung der beunruhigenden seelischen Not vorzunehmen, Orientierung zu schaffen und zu behandeln. Israël schreibt: „Die psychiatrische Funktion als Fachgebiet entsteht in der Geschichte der Medizin erst sehr spät. Sicherlich kann der Psychiater als Spezialist angesehen werden. Er ist praktisch der einzige, der sich ein wenig im